Freizeit

Radtour: Rund um den Knoten

Allgemeines

Die höchste Erhebung des Westerwalds ist die Fuchskaute mit 657 Metern ü. M. Nicht sehr viel niedriger, 605 Meter ü. M., ist die Anhöhe des nur 15 Kilometer Luftlinie von Weilburg entfernten Knotens, mit dem Auto sind es etwa 22 Straßenkilometer. Seit 2001 gibt es hier den über etwa 32 Kilometer führenden markierten Radweg „Rund um den Knoten“.

Trotz der Namensgebung „Rund um den Knoten“ wird die Erhebung des Knotens (605 m) nicht tatsächlich umrundet, sondern der Radrundweg bleibt östlich des Knotens, was aber der landschaftlich schönen und abwechslungsreichen Strecke nichts von ihrem Reiz nimmt. Ganz im Gegenteil bleiben so einige Anstiege ausgespart, die bei einer tatsächlichen Umrundung des Knotens unumgänglich gewesen wären.

Da der Westerwald aber nicht das nordfriesische Tiefland darstellt, lässt sich die Tour doch nicht gänzlich ohne den einen oder anderen Anstieg bewältigen. Der längste Anstieg zieht sich von Westernohe bis auf die Höhe der Wacholderheide über ca. 2 Kilometer. Alle anderen Anstiege sind wesentlich kürzer und führen nicht steil aufwärts, sondern die Höhenmeter werden mit leichten Steigungen überwunden, so wie auch die Erhebungen des Westerwaldes keine steilen Berge sind, sondern sanft ansteigende, abgerundete Kuppen.

Die Rundtour führt fast durchgängig nur über land- und forstwirtschaftliche Wege. Die Wege sind durchweg gut befahrbar, ein stabiles Tourenrad sollte es aber besser doch sein, da manche Streckenabschnitte einen durchaus holprigen und teilweise nur losen Belag aufweisen. Besonders bei abfallenden Streckenabschnitten sollte man dort etwas mehr Vorsicht walten lassen. Kurze Straßenabschnitte finden sich meist nur in der Nähe und in Ortschaften. Dort sind es dann aber verkehrsarme Nebenstraßen. Als einzige Orte werden Elsoff (Ortsteil Mittelhofen) und Westernohe durchfahren.

Weilburg, Lahn, Richtungsschild des Radwegs "Rund um den Knoten"

Richtungsschild des Radwegs "Rund um den Knoten"

Nahe an der Radstrecke liegen der Seeweiher und die Krombachtalsperre. An der Krombachtalsperre führt der Weg zwar dicht entlang des Nordostufers, man gelangt von dort aus jedoch nicht ans Wasser. Das Freizeit- und Badezentrum am Westufer ist durch einen Abstecher jedoch leicht zu erreichen, und das gilt auch für den Seeweiher. Gerade an heißen Sommertagen sollte man sich wenigstens einen dieser Abstecher gönnen. In Mengerskirchen lohnt sich ein Besuch des Museums und Rennerod, der größte Ort an der Radstrecke, kann auch mit einem kurzen Abzweig leicht erreicht werden.

Leider ist Anfahrt von Weilburg aus zur Radwanderstrecke mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kaum möglich. Als einzige Möglichkeit bleiben die Hinfahrt und der Fahrradtransport mit dem Auto zum Ausgangspunkt. Da es sich um eine Rundstrecke handelt, sind Start- und Zielpunkt wenigstens identisch. Einstiegsmöglichkeiten in die Strecke sind von allen an der Strecke liegenden Ortschaften aus leicht möglich. Ich persönlich finde den Einstieg in die Rundtour vom Parkplatz am Penny-Markt in Mademühlen am günstigsten. Wer diesen Einstiegspunkt wählt, fährt ab Weilburg über Löhnberg, Nieders-/Obershausen, Odersberg und Münchhausen nach Mademühlen.

Und nachdem ich die Rundtour in beide Richtungen gefahren bin, empfehle ich als einzuschlagende Fahrtrichtung ab dem Einstiegspunkt Mademühlen die südliche Richtung nach Mengerskirchen, von dort Richtung Rennerod, weiter zur Krombachtalsperre und dann zum Ausgangspunkt. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Strecke in dieser Richtung angenehmer fahren ließ (vielleicht lag es aber auch nur an meiner jeweiligen Tagesform).

Noch ein kurzer Hinweis zur Beschilderung und Kartenmaterial. Von den Westerwaldgemeinden an der Radstrecke ist eine Freizeitkarte „Rund um den Knoten“ aufgelegt worden, die bei den Gemeindeverwaltungen bestellt werden kann. Wer gerne die Übersicht über den Streckenverlauf behält, ist mit der Freizeitkarte hervorragend bedient. Es gibt außerdem die topografischen Karten des Hessischen Landesvermessungsamtes, Maßstab 1 : 25.000. Das Gebiet des Radwegs „Rund um den Knoten“ umfasst die beiden Kartenblätter 5314 Rennerod und 5414 Mengerskirchen.

Diese beiden Karten sind im Buchhandel erhältlich. Notwendig für die Fahrtroute sind die Karten jedoch nicht. Die gesamte Tour ist so hervorragend beschildert, dass an keiner Abzweigung Zweifel über die Streckenführung entstehen dürften. An mehreren Streckenpunkten ist auch eine Schautafel mit einer Kartendarstellung der gesamten Streckenführung installiert. Und auch wer etwas schneller unterwegs ist: Die Hinweisschilder sind ausreichend groß und gut erkennbar (mit einer Ausnahme vor Rennerod, wo der Weg in spitzem Winkel rechts abzweigt) angebracht und in ausreichender Anzahl vorhanden. Wer mit offenen Augen die Tour absolviert, wird die Ausschilderung nicht übersehen.

Zusammenfassende Angaben:
Streckenlänge ca. 32 km.
Durchgängig auf Wirtschaftswegen. Straßenbenutzung nur auf kurzen Teilstücken von Nebenstraßen mit wenig Verkehrsaufkommen und in Ortsbereichen.
Viele Streckenstücke sind asphaltiert, größtenteils aber führt die Strecke über gute Wege mit losen, wassergebundenen Decken oder sie sind in der bei Feld- und Waldwegen bekannten Art befestigt.
Nach starken Regenfällen sind auch Matschstellen möglich. Mit stabilem Rad insgesamt trotzdem gut zu fahrende Radwanderstrecke.

Die Strecke führt etwa zur Hälfte durch Wald oder am Waldrand entlang, die andere Streckenhälfte über offenes und freies Gelände. Die längste Steigung (ca. 2 km) führt von Westernohe bis auf die Höhe der Wacholderheide. Weitere Anstiege bzw. Abfahrten verteilen sich auf die Gesamtstrecke. Diese sind aber immer nur kurz und nicht steil.

Über die tatsächlichen Gegebenheiten informieren Sie sich bitte vor der Tour nochmals eingehend bei den Gemeinden an der Strecke.

Hinweis:

Alle Angaben zu Streckenbeschreibungen und Streckenverhältnissen erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne jegliche Gewähr.