Freizeit

Spaziergang

Stadtrundgang

Weilburg; Schloßplatz

Schloßplatz (Eingang zum Schloss)

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Reine Gehzeit ca. 90 Min.

Ausgangspunkt des Rundgangs durch die Stadt ist der Schloßplatz. Dieser war der Empfangshof für ankommende Gäste und Besucher des Schlosses. Ein Großteil des Platzes ist mit Bäumen bestanden, an seiner nördlichen Seite wird der Schloßplatz begrenzt von der steil zum Viehhof abfallenden Stützmauer. Von hier aus kann man einen guten Überblick über den Viehhof und die ihn umgebenden Wirtschaftsgebäude erhalten.

Zur Stadt wird der Schloßplatz begrenzt durch zwei ehemalige herrschaftliche Verwaltungsgebäude. Links, entlang der zum Marktplatz führenden Schloßstraße, das Rentkammergebäude, rechts von der zum Denkmal führenden Neugasse, das Kanzleigebäude. Im Kanzleigebäude ist heute das Bergbau- und Stadtmuseum untergebracht.

Durch das Eingangsportal neben dem Rundturm der ehemaligen Wache gelangt man in den Schlosshof. Umschlossen wird der Renaissancehof von den vier Flügeln des Hochschlosses, die in den Jahren 1533-1539 (Ostflügel), 1540-1548 (Süd- und Westflügel) und 1566-1572 (Nordflügel) erbaut wurden.
Ein Durchgang im Südflügel neben dem Löwenbrunnen führt in den Schlossgarten.

Rechts findet man das Halbrund der 1705 vollendeten oberen Orangerie. Auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt ein gusseisernes Geländer den Schlossgarten. Von hier hat man einen herrlichen Blick zur mehr als 40m tiefer fließenden Lahn mit dem oberen der beiden Weilburger Wehre und auf die Westerwaldseite der Stadt Weilburg. Während dieser Teil des Schlossgartens von den drei mächtigen, mehr als 250 Jahre alten Rot- und Blutbuchen beherrscht wird, dominiert ein Lindenboskett den anderen Teil der oberen Schlossgartenterrasse. Diesen "Lindensaal" durchquerend, gelangt man zu einer Freiterrasse. Hier öffnet sich das Blickfeld nach Süden ins Lahntal und auf eine tiefer liegende zweite Gartenterrasse. Über eine der beiden barocken Marmortreppen gelangt man auf diese Ebene und befindet sich dann vor der 1711 bis 1713 erbauten unteren Orangerie, als deren Vorbild die Fassade des Grand Trianon in Versailles gilt.

Weilburg; Schlossgarten, Südflügel

Schlossgarten, Südflügel

Weilburg; Schlossgarten, Lindenboskett

Schlossgarten, Lindenboskett

Der Weiterweg führt jetzt über Stufen in der Nähe des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Wehrturms hinunter in die Vorstadt auf den König-Konrad-Platz zum Landtor. Dieses wurde als repräsentative Eingangspforte zur Stadt - nach mehrjähriger Bauzeit aufgrund des siebenjährigen Krieges - im Jahr 1768 vollendet.

Nun vorbei an der Säule des König-Konrad-Denkmal und ca. 200 m die stadtauswärts führende Frankfurter Straße hinauf zu dem mit einer Bruchsteinmauer von der Straße abgegrenzten Gelände des alten Friedhofs. Hier findet man mit der 1505 erbauten Heilig-Grab-Kapelle und der 31 Schritte entfernten Kreuzigungsgruppe auf dem Kalvarienberg das älteste Bauensemble Weilburgs.

Weilburg; Schlossgarten, untere Orangerie

Schlossgarten, untere Orangerie

Weilburg; Wehrturm

Wehrturm

Zum Weiterweg wendet man sich am Zugangstor des alten Friedhofs nach links und erreicht, über Treppen absteigend, die vom Mühlberg aus der Stadt herunterführende Straße. Vorbei an dem 2004 eröffneten Mühlbergtunnel erreicht man den 1847 vollendeten Schiffstunnel, den einzigen in Deutschland.

Nun geht es wieder zurück und die Straße Am Mühlberg hinauf zum Landtor. Auf der anderen Seite des König-Konrad-Platzes, nahe der Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße, ist ein Durchlass in der Mauer zum Gebück. Dort führt der Weg bergab zur Lahn und zum Wehr, wo es über den Hof der ehemaligen Schlossmühle zum Beginn der nach links in die Stadt hinaufführenden Niedergasse und rechts zur Steinernen Brücke geht.

Weilburg; Schiffstunneleinfahrt

Schiffstunneleinfahrt

Weilburg; Steinerne Brücke

Steinerne Brücke

Auf der 1764/1769 erbauten Brücke nun auf die andere Lahnseite. Die beiden Brückenhäuser am nördlichen Zugang der Steinernen Brücke wurden 1788 erbaut, das quer dahinterstehende und den Postplatz begrenzende Postgebäude wurde in den Jahren 1786/87 errichtet.

Der Weiterweg führt nun den Odersbacher Weg entlang. An seinem Ende zweigt ein Fußweg links ab zur Lahn und zur Kettenbrücke (Ernst-Dienstbach-Steg), über die man auf die andere Lahnseite gelangt. Die Kettenbrücke war ursprünglich kein Fußgängersteg, sondern diente der Wasserversorgung und wurde dazu 1784 errichtet. Dabei wurde die vom Kanapeé herabführende Wasserleitung auf Bohlen über die Lahn geführt. Die Bohlen wiederum wurden von Ketten getragen, die zwischen Pfeilern - den heutigen Brückenhäuschen - gespannt waren. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kettenbrücke 1934.

Es geht nun den steilen Hainberg wieder hinauf in die Stadt, die am Denkmal, errichtet zum Andenken an die im Deutsch-Französischen Krieg Gefallenen, erreicht wird.

Nach rechts in die Mauerstraße einbiegend, ist das erste Gebäude auf der rechten Seite der 1809 als fürstliches Hoftheater errichtete Komödienbau. Gegenüber dem Komödienbau befindet sich auf der anderen Straßenseite der 1780 fertig gestellte Bau des Gymnasiums, das aus der bereits 1540 errichteten freien Lateinschule hervorging.

Nur wenig weiter gelangt man zum heutigen Rathaus der Stadt Weilburg. Der Bau wurde 1877/78 als Kommandeurswohnung der Unteroffiziersvorschule errichtet. Als Sitz der Stadtverwaltung dient das Gebäude erst seit etwa 1920/21.

Schräg gegenüber das 1817 begonnene Gesellschaftshaus. Gedacht zur Unterbringung auswärtiger Gäste des Hofes und deren Dienerschaft, hat es diese Bestimmung nie erfüllt, da 1816 mit der Verlegung der herzoglichen Residenz von Weilburg nach Wiesbaden der Bau überflüssig geworden war.

Weilburg; Marktplatz, Neptunbrunnen

Marktplatz, Neptunbrunnen

Nur wenige Gebäude weiter folgt das Amtsgericht. Als Amtshof wurde der Bau im Jahr 1775 begonnen. Seit der 1849 erfolgten Trennung von Rechtspflege und Verwaltung befindet sich hier der Sitz des neuen Amtsgerichts.

Dort wo die Mauerstraße in die Vorstadt übergeht, steht auf dem Pankgrafenplatz seit Sommer 1999 die Stadtpfeifer-Statue. Gegenüber findet sich das schmale Jonasengäßchen, in dem das um 1700 erbaute Stadtpfeiferhaus steht. Vom Jonasengäßchen nach rechts in die Marktstraße und dann die Marktstraße nach links hinauf, gelangt man zum Marktplatz.

Der Marktplatzbereich wurde nach Plänen des Architekten Julius Ludwig Rothweil im Zusammenhang mit der Neugestaltung von Schloss und Stadt zwischen 1703 und 1711 vollständig neu bebaut. Mittelpunkt des Marktplatzes ist der Neptunbrunnen. Einen Übergang vom städtischen zum herrschaftlichen Bereich stellt die Stadt- und Schlosskirche dar. Diese ist als Hofkirche mit dem Schloss über die obere Orangerie direkt verbunden; gleichzeitig wurde in dem Stadt- und Schlosskirchenbau aber auch das neue Rathaus eingeplant.

Der Ausgangspunkt des Rundgangs wird durch die Schloßstraße erreicht, die den Marktplatz mit dem Schloßplatz verbindet.