Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Elch (Alces alces)

Der zur Familie der Hirsche gehörende Elch ist weltweit der größte Vertreter dieser Familie und von den zahlreichen geografischen Elch-Unterarten gilt der Alaska-Elch als der mächtigste: Ausgewachsene Männchen können eine Schulterhöhe von 190 cm, eine Länge von 320 cm und ein Gewicht von 820 kg erreichen.

Weilburg, Tiergarten: Elchkuh mit Kälberpaar

Weilburg, Tiergarten: Elchkuh mit Kälberpaar
Foto mit frdl. Erlaubnis von Frau G. Löffler

Elche kommen heute vor allem im hohen Norden Amerikas, Europas und Asiens vor. Einst hat der europäisch-westsibirische Elch ganz Mitteleuropa bis nach Italien besiedelt. Die ansteigende Zahl der Bevölkerung, Waldrodungen, die Ausweitung des Ackerbaus, vermehrte Trockenlegung der Sümpfe und Beseitigung der Auwälder drängten den Elch immer weiter zurück. Sein Lebensraum sind heute die Baltikumstaaten, Polen, Russland und die skandinavischen Länder. Seit den späten 50er Jahren gibt es auch in Mitteleuropa wieder eine Elchpopulation im Böhmerwald.

Der Elch lebt in störungsarmen, sumpfreichen, von Flüssen und Seen durchzogenen, lichten, Waldgebieten mit Freiflächen und artenreichem Pflanzenwachstum.

Elche sind reine Pflanzenfresser die sich von Zweigen, Knospen, Blättern, Rinde, Gräsern, Kräutern, Moosen, Flechten und Pilzen ernähren. Im Sommer sucht er auch gern die Fliess- und Stillgewässer in seinem Lebensraum auf und weidet dort Wasser- und Sumpfpflanzen ab.

Elche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 240 cm bis 310 cm, eine Schulterhöhe von 140 bis 235 cm und ein Gewicht von 200 bis 825 kg (in Europa kleiner, in Alaska größer).

Der mächtige Körper und der unförmige Kopf lassen den Elch plump erscheinen. Der Kopf ist dick und groß und länger als der Hals, die Unterlippe wird von der fast viereckigen Oberlippe überragt. Beide Geschlechter haben an der Kehle einen dunklen Bart, der beim älteren Elch sehr lang ist und von einem herabhängenden Hautsack getragen wird. Eine Mähne zieht sich vom Kopf bis zum Rücken und sein Widerrist ist höher als der Hinterkörper. Elchbullen tragen ein Geweih das nicht nach oben steht, sondern fast horizontal vom Kopf absteht. Die hochläufigen Tiere wirken steifbeinig, können sich jedoch elegant und mit verblüffender Schnelligkeit durch dichtestes Unterholz bewegen. Außerdem sind Elche sehr gute Schwimmer.

Das zu Schaufeln verbreiterte Geweih kann in Extremfällen eine Weite von zwei Metern aufweisen mit einem Gewicht bis zu von 43 kg. Das Geweih wird alljährlich im Dezember oder Januar abgeworfen. Im April beginnt dann das neue Geweih unter dem Schutz einer kräftig durchbluteten Haut, dem so genannten «Bast», zu wachsen. Das neue Geweih ist im August voll ausgebildet, und im September streift der Elch den Bast ab. Wenn Ende September die Brunftzeit beginnt, wird das Geweih im Kampf gegen andere Elchbullen eingesetzt, um sich das Vorrecht der Paarung zu erkämpfen.

Weilburg, Tiergarten, Elchbulle

Weilburg, Tiergarten: Elchbulle
Foto mit frdl. Erlaubnis von Frau G. Löffler

Nach einer Tragzeit von etwa 224 bis 243 Tagen werden 1 oder 2, selten 3 Junge geboren. Das Neugeborene kann schon nach wenigen Tagen der Mutter folgen, die es im Notfall auch energisch verteidigt. Die jungen Elche sind nach etwa 3  bis 4 Monaten entwöhnt, wandern aber bis zum nächsten Frühjahr mit der Mutter um sich dann zu trennen und auch als Einzelgänger zu leben. Weibliche Tiere werden meist mit 3 Jahren geschlechtsreif, die männlichen mit 5 oder 6 Jahren.

Erwachsene Bullen und Kühe wandern nicht zusammen, sondern leben als Einzelgänger und kommen nur einmal im Jahr zur Paarungszeit im September/Oktober zur Paarung zusammen. Nach der Paarung trennen sich die Tiere und begeben sich wieder allein auf Wanderschaft.