Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Fischotter (Lutra lutra)

Weilburg, Tiergarten, Kanadischer Fischotter

Weilburg, Tiergarten: Kanadischer Fischotter

Otter gehören zur Ordnung der Raubtiere und der Europäische Fischotter ist eine von dreizehn Arten aus der Unterfamilie der Otter, die vier Gattungen umfasst:

  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)
  • Überfamilie: Marder- und Bärenartige (Arctoidea)
  • Familie: Marderartige (Mustelidae)
  • Unterfamilie: Otter (Lutrinae)
  • Gattung: Fischotter (Lutra)
  • Art: Europäischer Fischotter (Lutra lutra)

Der europäische Fischotter kommt in ganz Europa bis zum Polarkreis vor, ausgenommen Grönland, Island, Nordrussland und den Mittelmeerinseln. Er besiedelt außerdem Nordafrika (Marokko und Algerien), Kleinasien und Teile Asiens mit Ausnahme der Wüsten und Steppen bis Japan.

Wegen des wertvollen Fells wurde der Otter schon früh bejagt, mit der Intensivierung von Fisch- und Teichwirtschaft wurde er vermehrt als Schädling angesehen, was die Bejagung verschärfte. Die Zerstörung seines Lebensraums (Wasserverschmutzung, Bachbegradigungen, Trockenlegung usw.), und Störungen durch den Menschen haben zusätzlich dazu beigetragen, dass der Fischotter in Deutschland in der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Tierart eingestuft ist. In Deutschland rechnet man mit einem Bestand von ca. 500 frei lebenden Fischottern in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern, vor allem aber in den östlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt. Auch in anderen Ländern wurde der Fischotter unter Schutz gestellt, trotzdem ist der Bestandsrückgang kaum aufzuhalten.

Weilburg, Tiergarten, Kanadischer Fischotter

Weilburg, Tiergarten: Kanadischer Fischotter

Der Lebensraum des Fischotters ist die Wasser-Land-Grenze an stehenden und fließenden Gewässern mit dicht bewachsener Ufervegetation. Er kommt auch im Gebirge bis zu einer Höhe von 2.500 m vor. Das Revier der Männchen hat eine Größe von 15 bis 20 km Flusslänge, in dem der Otter nachts bis zu 40 km zurücklegt. Während seiner Wanderungen, die auch zur Besiedlung neuer Reviere führen, ist der Otter nicht nur an das Wasser gebunden. Er überwindet dabei Wasserscheiden und durchquert Felder und Wälder.

Der Körper des Fischotters ist lang gestreckt und walzenförmig mit rundlichem, sich zur Spitze verjüngenden Schwanz. Die gesamte Körperlänge beträgt 1,20 bis 1,30 m, die Schulterhöhe beträgt 30 cm. Die verschließbaren Ohren und die Augen sind klein und zwischen den Zehen der Vorder- und Hinterfüße sind Schwimmhäute ausgebildet, die Sohlen sind nackt. Der breite, flache Kopf ist an der Schnauze mit bis zu 7 cm langen Barthaaren ausgestattet. Fischotter können zwischen 7 bis 15 kg schwer werden, wobei die männlichen Tiere immer größer und schwerer als die weiblichen sind. Die Weibchen besitzen 3 Paar Zitzen. Die Lebenserwartung eines Fischotters beträgt 10 bis 15 Jahre.

Die Nahrung des Fischotters, von der er täglich ca. 300 bis 750 g aufnehmen muss, ist sehr vielfältig und umfasst Fische, Wasservögel, Kleinsäuger (z. B. Mäuse, Bisams), Krebse, Frösche, Muscheln, Schnecken, Würmer, sowie Wasserinsekten und deren Larven (Libellen, Käfer, Köcherfliegen). Zur Abwechslung nehmen Otter aber auch pflanzliche Nahrung auf, z. B. Hagebutten, Vogel- und Blaubeeren und Nüsse.

Weilburg, Tiergarten, Kanadischer Fischotter

Weilburg, Tiergarten: Kanadischer Fischotter

Der Otter bewohnt eine Erdhöhle die meist einen direkt ins Wasser führenden Ausgang besitzt. Die Höhle gräbt er entweder selbst in die Uferböschung oder er benutzt einen alten Kaninchen-, Fuchs- oder Dachsbau in Ufernähe.

Die Paarung der Otter findet meist im Wasser statt. Die Geschlechter leben nur für eine Saisonehe zusammen. Nach einer Tragzeit von 63 Tagen werden die 2 bis 4 Jungen im mit Gras oder Moos ausgepolsterten Wohnkessel einer Erdhöhle zur Welt gebracht. Die Jungen sind bei der Geburt ca. 15 cm groß, zahnlos und blind. Nach 28 bis 35 Tagen öffnen sie zum ersten Mal die Augen und nach 6 Wochen schwimmen sie erstmals. Ab der 8. Woche werden sie nicht mehr gesäugt. Sie erlernen die Beutejagd vom Muttertier und werden so erst im Alter von 8 bis 9 Monaten selbstständig. Die Geschlechtsreife erlangen sie nach 2 bis 3 Jahren.