Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Geschichte

Die Geschichte des Tiergartens reicht über 400 Jahre zurück. Bereits 1590 wurde auf diesem Gelände innerhalb eines Holzgatters von Graf Albrecht II. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken-Ottweiler aus Holland eingeführtes Damwild gehalten, das der Versorgung des Hofes mit frischem Wildbret diente. Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg ließ in den Jahren 1685-1688 einen herrschaftlichen Jagdpark in den Begrenzungen des heutigen Tiergartens anlegen, in dem sich auch drei Weiher mit einer Gesamtfläche von 1,5 Hektar befinden.

Weilburg, Umfassungsmauer des Tiergartens

Weilburg, Umfassungsmauer des Tiergartens

Dieser Jagdpark war erst von einem Plankenzaun umgeben, den sein Sohn und Nachfolger Fürst Karl August 1732 durch eine Bruchsteinmauer von 3.800 m Länge und bis zu 2 m Höhe ersetzen ließ, die ein 93 Hektar großes Wald- und Wiesengelände umschließt. Der gesamte Arbeitsaufwand und die Kosten (der Hof stellte nur den Kalk) wurde den Dörfern der Ämter Weilburg, Weilmünster, Merenberg und Löhnberg auferlegt, die bisher schon alle Aufwendungen für die Unterhaltung des Plankenzaunes erbringen mussten. Als Ausgleich für die zu erstellende Mauer hatten die Dörfer in Verhandlungen mit dem Hof aber durchgesetzt, dass sie in der Zukunft von den Unterhaltslasten für die Tiergartenmauer befreit sind. An manchen Stellen (Wildwechsel) wurden an der Außenmauer Erdaufschüttungen vorgenommen, so dass die Mauer dort niedriger war und Tiere diese überwinden konnten, von innen jedoch nicht mehr nach außen gelangten.

Weilburg, der 1916 abgebrannte Jagdpavillon im Tiergarten

Weilburg, der 1916 abgebrannte Jagdpavillon im Tiergarten

Als Fürst Karl August von Nassau-Weilburg in den Jahren 1732-1736 ein kleines Jagdschloss errichten ließ, befand sich der Eingang an der heutigen Bundesstraße 456 und eine Lindenallee führte bis an die Stadt. Das Jagdschloss wurde bei einem Brand 1916 zerstört; an seine Stelle wurde ein Forsthaus gebaut. Zeitgleich mit der Errichtung des Jagdschlosses erfolgte die Anlage des Tiergartens nach Plänen des aus Leipzig stammenden, aber mehr als 40 Jahre in Weilburg tätigen, Hof- und Lustgärtners Johann Martin Petri, von dem auch der Entwurf des Eingangstores stammt.

Die planmäßig gestaltete Anlage erweckt den Eindruck eines natürlich gewachsenen Mischwaldes. Ab 1816 wurde der Tiergarten nur forstwirtschaftlich genutzt und landschaftlich umgestaltet. Erst 1969 beschloss die hessische Forstverwaltung die Anlage eines Tiergartens, der 1970 eröffnet wurde.

Am Eingang des Tiergartens wurde 1973 die Gaststätte "Hessenhaus" eingerichtet. In deren Nähe wurde 1980 auf den Gewölben des alten Gutshofes ein Fachwerkhaus errichtet, in dem sich Ausstellungs- und Informationsräume befinden.