Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Huteeichen

Als Wirtschaftsfaktor nimmt der Wald heute vor allem die Rollen eines Holzlieferanten und Erholungsraumes für den Menschen ein. Bis in das 19. Jahrhundert war der Wirtschaftsfaktor Wald aber vor allem für die Landwirtschaft von Bedeutung. Hauptsächliche Nutzungsarten des Waldes in der Landwirtschaft waren die Waldweide (Schwein, Großvieh, Ziegen und Schafe), die Waldstreunutzung, der Waldfeldbau und die Waldbienenzucht.

Für die Waldweide wurden besondere Hutewaldungen angelegt. Bei der Anlage wurden die Baumarten in Abhängigkeit von der betriebenen Viehwirtschaft ausgewählt:  Eichen für die Schweinemast, Buchen und Kastanien für die Weide von Rindvieh und Pferden.

Weilburg, Tiergarten, Huteeiche

Huteeiche im Tiergarten

Neben der Wahl der Baumarten zeichnete sich der Hutewald durch den weiten Abstand der einzelnen Bäume voneinander aus. Dadurch konnten sich große Baumkronen entwickeln die viel Mast (= die Baumfrüchte Eicheln, Bucheckern, Kastanien) trugen, während sich auf dem Waldboden üppiger Gras- und Kräuterwuchs ausbreiten konnte.

Da sich durch die Beweidung der Wald nicht mehr regenerieren konnte und der Boden verarmte, bemühte sich die Forstverwaltung um Ablösung der alten Waldweiderechte. Erfolg hatten diese Bemühungen erst nach Erfindung des künstlichen Düngers und dessen Einsatz in der Landwirtschaft. Mit dem Dünger konnten die Erträge in der Landwirtschaft so gesteigert werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung des Waldes ihre Bedeutung verlor. Den Städten und Dörfern wird noch heute für ihre Einwohner als Ausgleich für den Wegfall der Waldweiderechte jährlich eine bestimmte Menge Holz zur Verfügung gestellt.

Die Hutewälder wurden nach dem Wegfall der Waldweiderechte in Hochwälder umgewandelt. Die im Tiergarten an verschiedenen Stellen, besonders im Damwildgehege, zu findenden Huteeichen sind Restbestände von Hutewäldern in denen auch im Tiergarten Waldweide betrieben wurde.