Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Waldkatze, Europäische (Wildkatze), (Felidae silvestris silvestris)

Weilburg, Tiergarten, Europäische Waldkatze

Weilburg, Tiergarten: Europäische Waldkatzen
Foto mit frdl. Erlaubnis von Herrn S. Rosmus

In der zoologischen Systematik gehört die Wildkatze zur Ordnung der Carnivora (Raubtiere) die sieben Familien umfasst. Eine davon ist die Familie der Felidae (Katzenartige). Unsere heutige Hauskatze wird als eigene Art angesehen (Felis silvestris f. domestica). Ihre Stammform ist auch heute noch relativ weit verbreitet und nicht wie viele andere domestizierte Arten durch den Menschen  ausgerottet. Diese Stammform der Hauskatze ist die Falbkatze oder "Afrikanische Wildkatze" (Felis silvestris lybica) die, zusammen mit der Waldkatze, auch "Europäische Wildkatze" (Felis silvestris silvestris) und der Steppenkatze, auch "Asiatische Wildkatze" (Felis silvestris ornata), eine der drei Unterarten der Wildkatze (Felis silvetris) darstellt.

Noch bis etwa 1750 war die Waldkatze in fast ganz Deutschland verbreitet. Vor allem aber im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Waldkatze wie auch der Luchs als Schädling des Wildes verfolgt und in vielen Ländern Mitteleuropas wurden Fang- und Abschussprämien von den Behörden gezahlt. In Bayern wurde die letzte Waldkatze um 1916 erlegt. Seit 1934 steht die Waldkatze in Deutschland unter strengem Schutz und teilweise konnten sich die Bestände wieder erholen. Nach einem Bericht im Weilburger Tageblatt vom 18.08.2009 wird der Bestand  in Hessen auf etwa 500 Tiere geschätzt. Schätzungen für Deutschland gehen von 1.500 bis 3.500 Tieren aus.

Ihrer weiterenAusbreitung stehen aber häufig die hochfrequentierten Straßen- und Schienenverbindungen entgegen und die großräumigen und deckungslosen landwirtschaftlichen Flächen, die von Waldkatzen nicht durchwandert werden. Mit die größte Gefahr für die Waldkatzen stellt heute der Autoverkehr dar.

Die europäische Waldkatze bewohnt große zusammenhängende Waldgebiete. Dabei werden lichte Laub- und Mischwälder mit Baum- oder Felshöhlen bevorzugt  und Gebiete mit milderem Klima, weshalb raue Hochlagen und dichte Bestände eher gemieden werden. Die Reviere der Männchen sind bis über 20 Quadratkilometer groß, die der Weibchen  bis 6 Quadratkilometer.

In ihrem Lebensraum sind die Waldkatzen überwiegend in der Dämmerung aktiv und jagen vor allem an den inneren und äußeren Waldrändern ihrer Reviere. Dabei werden praktisch keine Übertritte in Freiflächen vor dem Wald gewagt. Beutetiere der Waldkatzen sind fast ausschließlich Mäuse, nur selten andere Kleinsäuger, Vögel oder auch Eidechsen.

In den Monaten Februar bis März ist die Hauptpaarungszeit und nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen werden zwei bis vier Junge geboren. Diese werden von der Mutter allein aufgezogen. Im Spätherbst trennen sich die Jungtiere von der Mutter und versuchen ein eigenes Revier zu finden, wozu lange Wanderungen unternommen werden. Mit etwa 1 1/2 bis 2 Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif. Die Lebenserwartung liegt zwischen 12 und 16 Jahren.

Waldkatzen erreichen eine Kopfrumpflänge von 50 cm bis 80 cm und eine Schwanzlänge von 25 cm bis 40 cm. Das Gewicht beträgt zwischen 3 kg und 8 kg. Männliche Tiere sind gegenüber den Weibchen größer und schwerer.

Weilburg, Tiergarten, Europäische Waldkatze

Weilburg, Tiergarten: Europäische Waldkatze.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Hauskatze ist der mehr als 50% der Körperlänge messende Schwanz der Waldkatze. Dieser ist am Ende buschig und zeigt scharf abgesetzte schwarze Ringe. Die Waldkatze wirkt meist auch wuchtiger als die Hauskatze.