Freizeit

Wildpark "Tiergarten Weilburg"

Przewalskipferd (Equus p. przewalski)

Weilburg, Tiergarten, Przewalskipferd, Equus p. przewalski

Weilburg, Tiergarten: Przewalskipferd

Beim Przewalskipferd handelt es sich um eine östliche Unterart des Urwildpferdes, das als Stammart des Hauspferdes gilt und während der letzten Eiszeit in ganz Eurasien verbreitet war. das letzte Rückzugsgebiet dieser Pferderasse war die Steppen- und Berglandschaft der südlichen Mongolei bis in eine Höhe von 2.500 m.

Von den einst vorhandenen drei urtümlichen Pferdeformen ist das Przewalskipferd das weltweit einzige überlebende Wildpferd. Die beiden weiteren Arten,  der mittel- und osteuropäische Waldtarpan (Equus caballus silvaticus) und der im Bereich des Schwarzen Meers heimische Steppentarpan (Equus caballus gmelini) wurden um 1805 bzw. um 1875 vom Menschen ausgerottet. Vieles deutet darauf hin, dass aus diesen Pferdeformen das heutige Hauspferd hervorgegangen ist.

Die Schulterhöhe des Przewalskipferds beträgt durchschnittlich 130 bis 140 Zentimetern, sein Gewicht  zwischen 200 und 300 Kilogramm. Die Färbung des Fells ist im Sommer rotbraun, im Winter gelbbraun. Im Unterschied zu unserem Hauspferd besitzt es eine Stehmähne.

Weilburg, Tiergarten, Przewalskipferd, Equus p. przewalski

Weilburg, Tiergarten: Przewalskipferde

Entdeckt wurde diese Rasse 1879 von dem russischen Forscher Oberst N. M. Przewalski in der Gegend von Tachin Schah (den Bergen der Gelben Pferde) am Rande der Wüste Gobi. Die Untersuchung eines Fells und Schädels am zoologischen Museum Petersburg ergab zwei Jahre später, dass es sich um eine bis dahin unbekannte Art handelte. Zu Ehren ihres Entdeckers erhielt diese Pferdeart den zoologischen Namen Equus p. przewalski.

1899 erhielt der deutschstämmige Baron Friedrich von Falz-Fein für den Privatzoo auf seinem Gut bei Askania Nova (Ukraine, nördlich des Schwarzen Meeres) fünf Fohlen. Vorherige Fangexpeditionen waren erfolglos verlaufen oder die eingefangenen Tiere waren nach kurzer Zeit gestorben. 1901 wurden 52 weitere Fohlen gefangen, nur 28 überlebten aber die Strapazen von Fang und Transport. Diese kaufte  der Tierhändler Carl Hagenbeck auf und durch ihn gelangten diese an verschieden Orte in Westeuropa. Weitere Fangexpeditionen brachten 1902 und 1903 noch 19 Przewalskipferde nach Europa und eine einzelne Stute 1947. In freier Wildbahn wurde 1968 letztmalig ein Pferd dieser Rasse beobachtet.

Da viele der in Gefangenschaft befindlichen Tiere vor der Geschlechtsreife starben oder sich nicht fort pflanzten, stammen alle heutige Przewalskipferde von dreizehn Tieren ab. Eines der ersten internationalen Zuchtbücher wurde 1960 für diese Pferderasse angelegt, um durch die Aufzeichnung aller verwandtschaftlichen Beziehungen der Pferde und durch Austausch geschlechtsreifer Tiere Inzuchterscheinungen nach Möglichkeit auszuschließen. Langfristiges Ziel ist die Zucht ausreichend vieler Tiere für deren Auswilderung und Überleben in freier Wildbahn. 1980 wurden deshalb in einem ersten Schritt so genannte «Halbreservate» (Semi Reserves) in Askania Nova, Kanada, China, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich eingerichtet. Im Tachintal in der Mongolei wurde 1997 eine erste Herde von Przewalskipferden aus einem Gehege in die Freiheit entlassen.