Literarisches Weilburg

Riehls Novellen

Auswahlseite

Über diese Auswahlseite finden sie von Friedrich Wilhelm Riehl eine literarische Skizze des Weilburger Gymnasiums und diejenigen seiner kulturhistorischen Novellen, in denen die Menschen und deren Weilburger Lebensraum vor dem Hintergrund der jeweiligen Lebensumstände bestimmend sind für die Novelle.

Biografisches

Wilhelm Heinrich Riehl wurde am 06. Mai 1823 in Wiesbaden-Biebrich geboren, wo sein Vater, gebürtiger Weilburger, Schlossverwalter war. Die Familie ging nach Weilburg, als der Vater nach dorthin als Verwalter des mittlerweile verwaisten Weilburger Stammschlosses versetzt wurde. So besuchte Wilhelm Heinrich von 1837 - 1841 das Weilburger Gymnasium. In Marburg, Tübingen, Gießen und Bonn studierte er dann Theologie und Philologie. Riehl verzichtete aber auf die geistliche Laufbahn, da er der Kirche mittlerweile Kulturfeindlichkeit unterstellte und wurde vor allem journalistisch tätig. Am 06.10 1846 heiratete er die in Frankfurt engagierte Sängerin Bertha von Knoll.

Zu seiner politischen Einstellung schreibt Riehl in den begonnenen - in Buchform aber nie veröffentlichten - "Erinnerungen meines Lebens":

Allezeit eine konservative Natur, bin ich doch durch das Jahr 1848 erst bewußt konservativ geworden.

Weilburg; Foto von Wilhelm Heinrich Riehl

Wilhelm Heinrich Riehl
(Bildquelle Gutenberg, s. Quellenangaben)

Nach einer Zeit als Redaktionsmitglied der "Karlsruher Zeitung" und der "Augsburger Zeitung" ging er 1854 nach München. Maximilian II. übertrug ihm eine Honorarprofessur an der staatswissenschaftlichen Fakultät der Münchner Universität. 1859 wurde er ordentlicher Professor für Kulturgeschichte und Statistik und 1885 auch Direktor des Bayrischen Nationalmuseums und Generalkonservator. Wilhelm Heinrich Riehl starb am 16. November 1897 in München.

Riehl gilt als ein Begründer der wissenschaftlichen Volkskunde und war Autor zahlreicher Publikationen zu volkswirtschaftlichen, politischen, soziologischen und kirchenpolitischen Themen bis hin zu solchen der Forst- und Agrarwirtschaft. Seine Novellen bezeichnete er selbst als "kulturgeschichtliche Novellen", diese damit auch abgrenzend von der Prosa der literarisch bedeutenderen Erzähler seiner Zeit. Riehl schreibt dazu:

Ein Kulturhistoriker hat diese Novellen geschrieben, dem sie aus seinen liebsten Studien, aus seinen traulichen Jugenderinnerungen so unter der Hand hervorgewachsen sind.

Veröffentlichungen von Riehl sind u. a.:
"Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Sozialpolitik",
(vier Bände, veröffentlicht 1851, 1853, 1854, 1869);
"Culturgeschichtliche Novellen", (1856 - 1888);
"Kulturgeschichtliche Charakterköpfe - aus der Erinnerung gezeichnet", (1891)
"Religiöse Studien eines Weltkindes", (1894).


Quellen:
W. H. Riehl
"Der Stadtpfeifer"
Hamburger Lesehefte
Verlag Hamburg
27. Heft, 1962

W. H. Riehl
"Der Stadtpfeifer"
Kreisheimatstelle des Landkreises Limburg-Weilburg
Limburg
ISBN-Nr. 3-927006-17-3
Neuauflage 1995

Weilburg an der Lahn
Lexikon zur Stadtgeschichte
s. u. "Quellenangaben"