Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Deutsche Reise
Mit dem Fahrrad durch Kultur und Geschichte

"Deutsche Reise
Mit dem Fahrrad durch Kultur und Geschichte"
(von Werner Bergengruen)

Von Werber Bergengruen erschien 1934 im "Drei Masken Verlag Berlin" sein Bericht über eine Reise mit dem Fahrrad durch Deutschland unter dem Titel "Deutsche Reise", noch ohne den Untertitel "Mit dem Fahrrad durch Kultur und Geschichte", den die aktuelle Neuausgabe trägt. Enthalten waren in dieser ersten Auflage auch über 100 teilweise ganzseitige Aufnahmen verschiedener Fotografen, die Motive der Landschaften, Städte und Bauten aus dieser Zeit abbildeten.

Bergengruen unternahm seine Reise durch die deutschen Landschaften im Sommer 1933. Gestützt auf die unterwegs in Notizheften festgehaltenen Eindrücke schrieb er seine "Deutsche Reise" im nachfolgenden Winter nieder. Seine Reiseerinnerungen konnten 1934 noch erscheinen, obwohl diese Erstveröffentlichung schon kritische Stimmen hatte laut werden lassen: Bergengruen würdigte in seinem Buch mit keinem Wort die (nationalsozialistische) Gegenwart.

Später schrieb Bergengruen, dass aufgrund des politischen Klimas schon in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre eine unveränderte Neuauflage nicht mehr möglich gewesen wäre. Diese Änderungen vorzunehmen, war Bergengruen aber nicht bereit.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Buch erstmals 1959 vom Nymphenburg-Verlag wieder aufgelegt. Weitere Ausgaben erfolgten 1969 und 1985. Eine Neuausgabe brachte 2004 wiederum der Nymphenburg-Verlag auf den Markt und bereits im Februar 2006 erschien dort eine Sonderproduktion des Buches.

Auf dem Umschlagtext dieser Ausgabe schreibt der Verlag "Der Balte Werner Bergengruen war der letzte Schriftsteller von Rang, der das Land der Dichter und Denker bereist und beschrieben hat, ehe es die Stürme des 20. Jahrhunderts bis zur Unkenntlichkeit veränderten. Die Eindrücke, die er auf seiner berühmt gewordenen Fahrradreise sammelte, hat er zu einer Reisebeschreibung verarbeitet, die zu den Meisterwerken der deutschen Literatur zählt."

Der Verlag knüpft damit an eine Äußerung Bergengruens an, der 1945 über seine Fahrradreise u. a. schrieb: "Auf dieser Reise bin ich glücklich gewesen in einer unglücklichen Zeit. . . . Ein letztes Mal durfte ich das insgeheim schon zur Zerstörung Verdammte und heute unwiederbringlich Dahinsinkende auf mich wirken lassen und von dieser Wirkung mir und anderen Rechenschaft geben."

Bergengruens Erinnerungen an seine Fahrradreise umfassen 71 Kapitel, jedes gewidmet einer anderen Landschaft oder Stadt. Dazu treten in der aktuellen Ausgabe 88 historische Fotografien und ein Vorwort von Frau Dr. N. Luise Hackelsberger, der ältesten Tochter von Werner Bergengruen.

Der Weilburg betreffende Abschnitt ist überschrieben mit "Schlummer im Schloßgarten". Dieser Abschnitt wurde unverändert übernommen aus:

Deutsche Reise
Mit dem Fahrrad durch Kultur und Geschichte
Werner Bergengruen
Neuausgabe
Sonderproduktion 1. Auflage 2006
nymphenburger in der F. A. Herbig
Verlagsbuchhandlung GmbH, München


Die Veröffentlichung im Rahmen dieser Homepage erfolgt mit der freundlichen Genehmigung des Nymphenburger Verlags in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München, http://www.nymphenburger-verlag.de, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanke.


Der Textauszug (3 Seiten DIN A4) ist als pdf-Dokument verfügbar und kann über den nachstehenden Link hier Online gelesen werden. Um den Text Offline zu lesen, können Sie die Datei auch auf Ihrem PC speichern.

"Deutsche Reise" (157 kByte)

Foto von Werner Bergengruen

Werner Bergengruen
(Bildquelle:http://www.baden-baden.de)

Biografische Angaben:

Werner Bergengruen wurde am 16. September 1892 in Riga geboren, war nach dem Ersten Weltkrieg Journalist und begann ab 1923 zu veröffentlichen. 1936 trat er zum Katholizismus über, 1937 wurde er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und lebte danach zurückgezogen in Bayern und Tirol, später in der Schweiz. Er starb am 4. September 1964 in Baden-Baden.

Werner Bergengruen schrieb elf Romane, über 200 Erzählungen und Novellen, fast 500 Gedichte und übersetzte russische Autoren.

Bibliografie (Auswahl):
  • Das Gesetz des Atum, 1923
  • Rosen am Galgenholz, 1923
  • Das Brauthemd, 1925
  • Das große Alkahest, 1926
  • Das Buch Rodenstein, 1927
  • Das Kaiserreich in Trümmern, 1927
  • Herzog Karl der Kühne, 1930
  • Der große Griffel, 1931
  • Zwieselchen, 1931
  • Die Feuerprobe, 1933
  • Deutsche Reise, 1934
  • Der Großtyrann und das Gericht, 1935
  • Die drei Falken, 1936
  • Der ewige Kaiser, 1937
  • Der Tod von Reval, 1939
  • Am Himmel wie auf Erden, 1940
  • Der spanische Rosenstock, 1941
  • Die heile Welt, 1950
  • Die lombardische Elegie, 1951
  • Der letzte Rittmeister, 1952
  • Schreibtischerinnerungen, 1961
  • Dichtergehäuse, 1966
Preise und Auszeichnungen:
  • 1951, Wilhelm-Raabe-Preis
  • 1957, Großes Bundesverdienstkreuz
  • 1958, Pour le mérite
  • 1962, Schiller-Preis