Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Goethes unbekannte Reisen:
Mephistorot von Weilburg

"Mephistorot von Weilburg"
(von Ferry Ahrlé)

Wohl zu Anfang des 19. Jahrhunderts beehrt Goethe das barocke Residenzstädtchen Weilburg mit einem Besuch. Während dieses Aufenthalts lernt er den Farbenhändler Doerner kennen. Es ergibt sich ein Gespräch und Goethe wird von Doerner in dessen Farbenlabor eingeladen. Dort zeigt er Goethe eine am Vortag in einem aufgelassenen Bergwerk gefundene Erde und, ermuntert durch den Gedankenaustausch über Goethes Farbenlehre, brennt Doerner die ockerfarbene Erde noch in der Nacht, um eine Farbe daraus herzustellen.

Nach seiner Übernachtung im "Goldenen Löwen" sucht Goethe am Morgen den Farbenhändler auf, um das Ergebnis von dessen Arbeit zu begutachten. Doerner hat das gewonnene Farbpulver zerstoßen und zu einer Malfarbe von leuchtendem Rot verarbeitet. Einige Farbstriche dieser neuen Farbe überträgt er zur Demonstration auf eine Leinwand.

 Goethe ist von dem wunderbaren Rot begeistert und erbittet sich einen Farbabstrich zur Erinnerung. Darüber ist Doerner so erfreut, dass er verkündet: "Dieses Rot soll dem Genius zu Ehren 'Mephistorot' genannt werden und als solches in vielen Bildern Verwendung finden!"

Goethe ist erfreut und geschmeichelt und dichtet bei der Wegreise von Weilburg in der Kutsche die Zeilen:

"Mephistorot, nicht schlecht.
Doerners Hexenküche -
'und alles was dazu gehört,
es sind gar wunderbare Sachen!
Der Teufel hat sie's zwar gelehrt;
Allein der Teufel kann's nicht machen."

Über den fiktiven Besuch Goethes in Weilburg schrieb Ferry Ahrlé eine Erzählung, die unter dem Titel "Goethes unbekannte Reisen: Mephistorot von Weilburg" in der "Ferry Ahrlé Edition der Frankfurter Neuen Presse, Frankfurt am Main", zusammen mit einer ebenfalls von ihm geschaffenen Illustration, um 1993 veröffentlicht wurde.

Die Erzählung ist als pdf-Dokument verfügbar und kann über den nachstehenden Link hier Online gelesen werden. Um den Text Offline zu lesen, können Sie die Datei auch auf Ihrem PC speichern.

"Mephistorot von Weilburg" (157 kByte)

Die Erzählung wurde unverändert übernommen aus:

Goethes unbekannte Reisen:
Mephistorot von Weilburg
Ferry Ahrlé
Ferry Ahrlé Edition der Frankfurter Neuen Presse
Frankfurt am Main, o. J.


Die Veröffentlichung des Textes und der Illustration im Rahmen dieser Homepage erfolgen mit den freundlichen Genehmigungen von Herrn Ferry Ahrlé, www.ferry-ahrle.de und der Frankfurter Neuen Presse, www.fnp.de, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanke.


Biografische Angaben:

Ferry Ahrlé wird 1924 in Frankfurt am Main geboren, wächst in Berlin auf und erhält  dort schon früh über seinen Vater René Ahrlé, der ein bekannter Werbegrafiker war, Zugang zum Malen und Zeichnen und Kontakte zum Theater. Ahrlé studiert an der Akademie für Bildende Künste und nimmt neben seinem Studium bei dem späteren Burgschauspieler Albin Skoda Schauspielunterricht.

Foto; Ferry Ahrlé

Ferry Ahrlé (Autogrammkarte)

In den letzten Kriegsjahren wird Ahrlé zur Wehrmacht eingezogen und kann sein Studium erst nach 1945 fortsetzen und abschließen. In den 1950er Jahren geht Ahrlé nach Frankfurt und in den 1960er Jahren arbeitet er für drei Jahre in Paris. Danach kehrt er nach Frankfurt zurück.

Ferry Ahrlé lebt und arbeitet heute in Frankfurt am Main und in Berlin.

Ahrlés künstlerisches Wirken findet seinen Niederschlag in Zeichnungen, Grafiken, Gemälden, Bühnenbildern, Filmplakaten und -dekorationen, in Drehbüchern, Fernsehserien, Büchern, als Schauspieler ....

Im Internet gibt es einige Informationen zur Person und dem Schaffen dieses "künstlerischen Multitalents". Auf die Homepage unter www.ferry-ahrle.de sei besonders hingewiesen.

Bibliografie (Auswahl):
  • Sehen und sehen lassen, Autobiografie
  • Galerie der Straße - Große Meister der Plakatkunst
  • Flötentöne ohne Noten
  • Balkone - Vier Wände und ein bißchen mehr
  • Mögliche Begegnungen - Mosaik eines Erfinderlebens (Henri Nestlé)
  • Mir werden Flügel wachsen, der Mensch wird fliegen
  • Türme der Macht und des Geistes
  • Strassen, Lebenslinien europäischer Städte
  • Von Gönnern und Könnern, Finanzgenies und ihre Baukünstler
Preise und Auszeichnungen:
  • 1962, Prix Toulouse-Lautrec
  • 1965, Grand Prix International des Dessins de Deauville
  • 1980, "Golden Award" auf dem "Internationalen Film- und Fernsehfestival", New York
  • 1983, Erster Preis für die Serie "Deutsche Städte" auf dem "Internationalen          Tourismusplakat-Wettbewerb", Paris
  • 1984, Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main
  • 1985, Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1990, Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich
  • 1992, Kunstpreis der Frankfurter Neuen Presse
  • 1994, Prix Rabelais, Chinon
  • 2004, Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main