Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Lahnlied

"Lahnlied"
(Hans Ludwig Linkenbach)

Gar viele Lande hört' ich preisen,
Gar vieler Flüsse Lob und Ruhm
Mit schönen Worten, schönen Weisen,
Ich aber kümmert' mich nicht drum.
Ein Ländchen nur von allen andern
Hat's mir auf immer angetan,
Ich möchte hin zur Heimat wandern
An meine alte, liebe Lahn.

Du liebe Lahn sei mir geprießen,
O Heimattal, wie bist du schön
Mit Deinen Wäldern, Deinen Wiesen,
Und burggekrönten Bergeshöh'n.
Reich mir den Trunk vom nahen Rheine,
Du blondes Mädel, trink ihn aus,
Sing mir beim milden Mondenscheine
Die alten Weisen, liebe Lahn!

Sing mir von Marburg Burschenlieder,
Wo ich die Jugend froh genoß,
Erzähl' mir auch von Gießen wieder,
Von Wetzlar und von Weilburgs Schloß,
Von Limburgs Gassen, Dom und Wehren,
Von Diez und Nassaus Waldesgrün
Und von dem Kleinod, hoch in Ehren,
Von Ems, wo tausend Wunder blühn.

Ich höre sie die alten Weisen,
Sie grüßen mich ja immerdar,
Was soll's, die Heimat laut zu preisen,
Die mir von Kind an teuer war.
Mit keiner andern möcht' ich tauschen,
Sie hat's allein mir angetan ....
Du sangst Dich mir mit Deinem Rauschen,
Tief in mein Herz, Du schöne Lahn.