Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Mein Weilburg

"Mein Weilburg"
(von Ernst Appel)

Ich sah die schönsten Städte
Im weiten Vaterland.
Ich fand die feste Stätte
Am flachen Rheinesstrand.
Doch ob des Lebens Welle
Mir Freud, ob Leid gebracht,
Strahlt mir im Herzen helle,
Mein Weilburg, deine Pracht.

Ob du im Frühlingskleide
Hold prangst gleich einer Braut,
Ob mit des Schnee's Geschmeide
Das Schloß herniederschaut,
Ob es im Mondenglanze
Ragt hehr und feierlich,
Auch bei der Wolken Tanze,
Mein Weilburg, lieb ich Dich.

Und was mir in der Ferne
So schwer das Herz bedrückt,
Vergesse ich so gerne,
An deine Brust gedrückt.
Ich hör' des Wehres Rauschen
Ich schau den Wald so weit,
Darf lieben Stimmen lauschen
Aus goldener Jugendzeit.


Quelle:
"Nachrichtenblatt für die Mitglieder der Wilinaburgia"
September 1928, Nr. 19, S. 14


Biografisches

Der Vater von Ernst Appel war der Amtsassessor und Land-Oberschultheißerei-Verwalter Georg Wilhelm Christian Appel, geb. am 11.02.1817 in Weilburg, gestorben am 08.08.1862 in Weilburg, zuletzt beim Amt in Weilburg tätig.

Weilburg, Lahn, Ernst Appel

Ernst Appel

Ernst (Christian Theodor Albert Ernst Wilhelm) Appel war ein Sohn aus dessen zweiter Ehe, geschlossen am 05.01.1860 mit  Johanna Carriére aus Griedel. Er wurde am 17.04.1861 in Weilburg geboren und besuchte dort das Gymnasium, danach studierte er Philologie. Am 18.08.1892 heiratete Ernst Appel in Grevenbroich Paulina Katharina, geb. Hartmann. Von 1889  bis 1926 war Prof. Dr. phil. Ernst Appel als Studienrat am Gymnasium in Grevenbroich tätig. Er verstarb in Grevenbroich  am 19.04.1929.

Die Bilddatei und die biografischen Angaben zu Ernst Appel stellte freundlicherweise dessen Enkelin Frau Hannelore Wagener zur Verfügung, wofür ich mich herzlichst bedanke.

Von seinem Bruder Carl Appel finden Sie Texte in den Kapiteln "Weilburger Sagen", "Weilburger Testament" und "Zu Stadt und Lahn" des Abschnitts "Literarisches".