Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Der Sang von Weilburg

"Der Sang von Weilburg"
von Christian Spielmann

Auf felsiger Klippe raget
Ein Schlößlein, hoch und frei,
Und seinen Fuß umspülend
Rauscht grün die Lahn vorbei.

Das altersgraue Schlößlein,
Lang trutzt' es Sturm und Graus;
Als kühne Warte schaut' es
Ins Felsenthal hinaus.

Rings für das blühende Leben
Verlief die kurze Bahn;
Der Strom der Zeiten rauschte
Vorüber wie die Lahn. -

Doch wenn der Wind mit Sausen
Am Schloß vorüber zieht,
Dann hörst von alten Mären
Du manches Flüsterlied.

Dann aus des Flusses Rauschen
Dringt an dein lauschend Ohr
Ein Klang aus frühern Tagen
Geheimnisvoll empor.

Das ist vom König Konrad
Der Mahnruf, allezeit
Zum Vaterland zu halten
In Treu' und Einigkeit.

Zum deutschen Vaterlande,
Zu deutschen Namens Ehr',
Ohn' die der Ruhm, der alte
Nur hohle Sage wär'.-

Das ist der Sang von Weilburg,
Den mit Begeist'rung nennt
Jedwedes deutsche Herze:
Des Königs Testament.


Quelle:
"Sagen und Geschichten aus dem Nassauer Lande"
Für Schule und Haus
herausgegeben von
Dr. C. Spielmann;
Verlag Heinrich Staadt,
Wiesbaden (1894 ?)


Biografisches

Biografische Angaben zu Christian Spielmann finden Sie auf der Seite zum "Spielmann-Denkmal"