Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Von Hamburg bis zur Mosel
Ein Stück Deutschland vom Kraftwagen aus (1907)

von Alfred Lichtwark
Vorsatztitel Alfred Liochtwark, 1899

Alfred Lichtwark, 1899 Foto: Rudolf Dührkoop

Wie bereits aus dem Untertitel seiner Reiseerzählung erkennbar, unternahm Alfred Lichtwark eine Reise im Kraftwagen, die ihn von Hamburg bis zur Mosel führte. Ein Abschnitt dieser Autoreise führte durch das Lahntal von Marburg nach Limburg und weiter nach Koblenz. So kam Lichtwark als Reisebegleiter des Prinzen Eugen von Schweden nach Weilburg und die Stadt an der Lahn fand Eingang in Lichtwarks Reisebeschreibung.

Alfred Lichtwark wurde am 14. November 1852 in Hamburg-Reitbrook geboren, er verstarb in Hamburg am 13. Januar 1914. Lichtwark war ein Kunsthistoriker, Museumsleiter und Kunstpädagoge in Hamburg. Er gehörte zu den Begründern der Museumspädagogik und der Kunsterziehungsbewegung. Im Dezember 1886 wurde er der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod. Mit seiner regen Ankaufspraxis baute er systematisch die Bestände der Kunsthalle aus und durch intensive Öffentlichkeitsarbeit warb er um Verständnis und Akzeptanz der damals aktuellen Kunstrichtungen. Lichtwarks Initiative ist auch die Gründung des Hamburgischen Künstlerklubs zu verdanken. Mit Schülern führte er in seinem Museum Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken aus und veröffentlichte die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen. Damit gilt Lichtwark als einer der Begründer der Museumspädagogik.

Zur Mitfahrt eingeladen hatte Prinz Eugen von Schweden, geb. 1865, verstorben 1947, der jüngste Sohn des schwedischen Königs Oskar II. und dessen Frau Sophia von Nassau. Er hatte Malerei studiert und widmete sich vor allem der Landschaftsmalerei.

Buchcover Alfred Lichtwark, Von Hamburg bis zur Mosel 1907

Buchcover: Von Hamburg bis zur Mosel,
Ein Stück Deutschland vom Kraftwagen aus (1907)
von Alfred Lichtwark, Verlag Hellmut Sauke

Am 19. Oktober wurde Alfred Lichtwark von Prinz Eugen mit dessen Kraftfahrzeug um acht Uhr in Hamburg abgeholt und sie reisten in Begleitung eines Offiziers und eines Fahrers bei dem warmen Sommerwetter dieses Herbstes im weiten Bogen über Braunschweig, Kassel und das Lahntal nach Kochem. Zum Fahrtverlauf schrieb Lichtwark, dass ihnen keine traumverlorene, müßige Spazierfahrt bevorstand, sondern eine ernste Verantwortung für jeden Augenblick der Reise. Denn der Fahrer war nie über Schweden hinausgekommen, konnte sich auf Deutsch nicht verständlich machen und natürlich aus den Karten die Straßen nicht im Kopf haben. [ . . . ] Es kam hinzu, dass, da in Schweden wie in England links ausgewichen wird, der Fahrer sich anfangs alle Entschlüsse erst von links auf rechts übertragen musste. Wie Lichtwark aber auch schreibt, war es bewundernswert, wie ruhig und ohne Aufregung alles vor sich ging. Das mochte wohl mit davon herrühren, daß beide als Offiziere das Befehlen und der Fahrer als ehemaliger Soldat das Gehorchen gewöhnt waren.

Prinz Eugen hatte den Wunsch geäußert ein Stück Norddeutschland außerhalb der großen Reisestraße kennenzulernen, die Landschaft, die Dörfer und die mittleren und kleineren Städte. Man wollte sich nirgends aufhalten, um alle Einzelheiten zu studieren, höchstens, daß wir, wo ein großes Kunstwerk, ein seltener Bauorganismus zu sehen war, haltmachen wollten, um dieses eine Werk zu genießen.

Als ein solcher seltener Bauorganismus wurde wohl Weilburg von den Reisenden angesehen und deshalb mit einem Kurzaufenthalt bedacht. Diesem Aufenthalt verdanken wir in Lichtwarks Reiseerinnerung die Beschreibung der dort gewonnenen Eindrücke zur Stadt, Schloss und Schlossgarten und vor allem zur Stadt- und Schlosskirche.

Der Weilburg betreffenden Teil aus Lichtwarks Reiseerinnerung im Kapitel „Weilburg – Limburg“, Seite 46-49, ist hier als pdf-Dokument verfügbar und kann über nachstehenden Link Online gelesen werden.

Alfred Lichtwark
Von Hamburg bis zur Mosel
Ein Stück Deutschland vom Kraftwagen aus (1907)
Verlag Hellmut Sauke, Wienhausen, 2001

"Von Hamburg bis zur Mosel Ein Stück Deutschland vom Kraftwagen aus (1907) (75 KB)

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