Literarisches Weilburg

König Konrad, Weilburger Testament

Der König wider Willen
oder Die Königswahl zu Forchheim

"Der König wider Willen oder Die Königswahl zu Forchheim"
(von Reinhold Schmitt)
Titelumschlag des Schauspiels "Der König wider Willen odser Die Königswahl zu Forchheim" von R. Schmitt

Titelumschlag des Schauspiels "Der König wider Willen oder Die Königswahl zu Forchheim" von R. Schmitt

Konrad I. war mehrfach Person eines in Prosa und Lyrik gepriesenen weitsichtigen Königs. Die angebliche Übertragung der Königswürde durch den sterbenden Konrad I. auf den Sachsenherzog Heinrich, in der Geschichte bekannt als das "Weilburger Testament", regte das literarische Schaffen der Dichter um und vor 1900 an. Gepriesen wurde seine staatsmännische Klugheit, mit der er den Bruder Eberhard zum Verzicht auf den Königsthron bewegte und veranlasste, die Königsinsignien an Herzog Heinrich von Sachsen zu überbringen.

Im Gegensatz zu den Würdigungen des "Weilburger Testaments" durch die Dichter, standen die überwiegend kritischen Stimmen, mit denen die Geschichtsschreibung des 19. und auch noch des 20. Jahrhunderts die Regierung von König Konrad I. bedachte.

Erst in den letzten Jahren bemühte sich die Historikergemeinde verstärkt um eine objektive Bewertung von Konrads Regierung. Im Zusammenhang mit diesem Bemühen, der historischen Gestalt Konrads I. gerecht zu werden und aus Anlass der Landesausstellung "Edel und Frei. Franken im Mittelalter", 2004 im Pfalzmuseum in Forchheim, verfasste der Lehrer Reinhold Schmitt das Schauspiel "Der König wider Willen oder Die Königswahl zu Forchheim". Die Uraufführung des Stücks fand im Begleitprogramm der Landesausstellung 2004 statt. In gekürzter Form war das Schauspiel auch die Grundlage für eine szenische Lesung am 24.11.2011 in Forchheim, die aus Anlass der Königswahl vor 1100 Jahren stattfand.

Schmitt thematisiert in seinem Stück die mit der Königswahl verbundenen machtpolitischen Überlegungen, die Festlegung Forchheims als Wahlort, die Übertragung des Königsheils auf Konrad (der ja nicht aus der karolingischen Herrscherdynastie hervorgegangenen war), die Weitergabe des Königtums nach Konrads Tod. Die fiktiven, vor dem historischen Hintergrund aber nachvollziehbaren, Auseinandersetzungen und Diskussionen der Protagonisten, bringt Schmitt in seinem Schauspiel dem Zuhörer nah. Es ist "ein Schauspiel in 8 dramatischen Bildern, das zeigt, wie Herzog Konrad deutscher König wurde. Ort der Handlung ist der Königshof in Forchheim. Zeitraum 8. bis 10. November im Jahre 911".

Schmitt, Reinhold
Der König wider Willen oder Die Königswahl zu Forchheim
Schauspiel.
Hg. Stadt Forchheim
Forchheim, 2004
79 Seiten