Literarisches Weilburg

Stadt und Lahn

Lieber wütend als traurig
Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof

"Lieber wütend als traurig
Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof"
(von Alois Prinz)

Im Programm Beltz & Gelberg des Beltz-Verlags veröffentlichte Alois Prinz im Jahr 2003 die "Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof" unter dem Titel "Lieber wütend als traurig". Beginnend mit ihrer Kindheit im Dritten Reich des Jahres 1934 bis zu ihrem Tod im Hochsicherheitsgefängnis Stammheim im Jahr 1976, verfolgt Alois Prinz den Weg der Ulrike Meinhof von einer christlichen Pazifistin, engagierten Journalistin und Mutter bis zur gewaltbereiten Kämpferin der Roten Armee Fraktion.

Nur zweieinhalb Jahre ihres Lebens hat Ulrike Meinhof in Weilburg verbracht. Von 1952 bis 1955 lebte sie dort mit ihrer Pflegemutter Renate Riemeck und machte am Gymnasium Philippinum das Abitur. Die zwei in Weilburg verbrachten Jahre sind Grund genug für den Autor Alois Prinz, auch in Weilburg nach Spuren von Ulrike Meinhof zu suchen. Im "Prolog" zu der von ihm verfassten Lebensgeschichte schildert Prinz seinen kurzen Aufenthalt in Weilburg, bei dem er auch Bedenkenswertes zur Stadt Weilburg hört und in seinem Text wiedergibt.

Foto, Buchtitel

Buchtitel des Verlags
Quelle: Beltz-Verlag

Alois Prinz' Buch über die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof wurde mehrfach ausgezeichnet:

  • Die besten sieben Bücher
    (Focus/Deutschlandradio, 2003
  • Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs
    Die Zeit/Radio Bremen, 2003
  • Deutscher Jugendliteraturpreis
    2004

Dazu gesellen sich eine Vielzahl positiver Presseartikel, deren Quintessenz zusammenzufassen ist unter "Ein hervorragendes Buch, das in alle Hände gehört" (Literatour Luxembourg).

Das Buch erschien 2007 auch in der Reihe "Gulliver" bei Beltz & Gelberg, 336 Seiten, broschiert. ISBN 978-3-407-74012-0.

"Alois Prinz folgt ihren Lebensspuren, von der Kindheit im Dritten Reich bis zu ihrem Tod in Stammheim. Er lässt dabei Zeitzeugen sprechen und präsentiert schwer zugängliches und bisher unveröffentlichtes Material. Mit gebotener Distanz erzählt er von einem ungewöhnlichen Leben, das zugleich ein Stück deutsche Geschichte und eine Geschichte über Utopien ist – warum sie lebenswichtig sind und warum sie lebenszerstörend sein können."

"Mit Anfang dreißig hatte Ulrike Meinhof erreicht, wovon andere träumten: Sie war renommierte Journalistin, wohnte mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in einer Villa in Blankenese und gehörte zur linken Party-Szene in Hamburg und Sylt. Vielen galt sie als Vorbild ihrer Zeit, und ihr Grundsatz lautete 1962 noch: 'Schießenderweise verändert man nicht die Welt, man zerstört sie.' Doch 1970 ließ sie dieses Leben hinter sich, um in den Untergrund zu gehen um mit Andreas Bader und Gudrun Ensslin die terroristische Rote Armee Fraktion zu gründen. Von nun an galt sie als 'Stimme der RAF' – und als 'Staatsfeind Nr. 1'. Ein radikaler Schnitt, der bis heute schwer nachvollziehbar scheint."(Quelle: Verlagstext auf dem Buchumschlag.)

Der von Alois Prinz mit "Prolog" überschriebene Abschnitt der bei Beltz & Gelberg erschienenen Buchausgabe ist als pdf-Dokument (14 Seiten) hier verfügbar und kann über den nachstehenden Link Online gelesen werden. Um den Text Offline zu lesen, können Sie die Datei auch auf Ihrem PC speichern.

Prolog aus "Lieber wütend als traurig, Lebensgeschichte der U. Meinhof (56 kByte)

Dieser Abschnitt wurde unverändert übernommen aus:

Alois Prinz
Lieber wütend als traurig
Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof
Beltz Verlag Weinheim, Basel, Berlin, 2003
Programm Beltz & Gelberg, Weinheim
ISBN 3 407 80905 0


Die Veröffentlichung in dieser Website erfolgt mit der freundlichen Genehmigung von Beltz & Gelbert in der Verlagsgruppe Beltz, Weinheim und Basel, http://www.beltz.de, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanke.


Foto, Ulrike Meinhof, um 1964

Ulrike Meinhof, um 1964
Quelle: Wikipedia

Biografische Angaben:

Ulrike Meinhof

Ulrike Meinhof wurde am 07.10.1934 in Oldenburg geboren. Ihr Vater, Dr. Werner Meinhof, Kunsthistoriker, starb 1940, ihre Mutter, Inge Meinhof, starb 1948. Die Vormundschaft wurde der Historikerin Renate Riemeck übertragen.

Mit ihrer Pflegemutter kam Meinhof im Sommer 1952 nach Weilburg. Sie besuchte dort das Gymnasium und legte im März 1955 das Abitur ab. In Marburg studierte Meinhof bis 1956 Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik und wechselte dan 1957 an die Universität Münster. Sie engagierte sich anfangs in der Reformbewegung der Evangelischen Kirche, schloss sich dann dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund an und war in der Protestbewegung gegen die geplante atomare Bewaffnung der Bundeswehr aktiv.

Ab 1959 bis 1969 war Meinhof bei der Zeitschrift konkret tätig, von 1960 bis 1964 als Chefredakteurin. Sie heiratete 1961 den Herausgeber der konkret K. R. Röhl, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Das Ehepaar trennte sich 1967 und die Ehe wurde dald darauf geschieden. Meinhof zog mit den Kindern nach Berlin.

Meinhof schrieb über den "Frankfurter-Kaufhaus Brandstifterprozess" und lernte dabei die späteren Gründer der Rote-Arme-Fraktion (RAF) Baader und Ensslin kennen. Mit Ihrer Teilnahme an Baaaders Befreiung am 14. Mai 1970 tat Meinhof endgültig den Schritt in den Untergrund. In den folgenden zwei Jahren war Meinhof an mehrereren Banküberfällen und Bombenattentaten beteiligt, wobei vier Menschen getötet und mehr als 50 verletzt wurden.

Am 15 Juni 1972 wurde Meinhof in Hannover festgenommen und befand sich dann bis Februar 1973 in der Haftanstalt Köln in Isolationshaft. Ende November 1974 wurde meinhof zu acht jahren Freiheitsstrafe wegen des 1972 begangenen Brandanschlags auf das Verlagshaus Axel Springer in Hamburg verurteilt. Zur verbüßung dieser Haftstrafe erfolgte ihre Verlegung nach Stuttgart, wo Meinhof mit weiteren RAF-Gefangenen einsaß. Eine Anklageerhebung wegen vierfachen Mordes und weiterer Mordversuche erfolgte am 21. Mai 1975.

Am 9. Mai 1976 wurde Ulrike Meinhof in ihrer Zelle erhängt aufgefunden. Wegen der Umstände ihres Todes und dem noch vor der Obduktion veröffentlichten Untersuchungsergenis wird ihr Selbstmord in manchen Kreisen noch heute angezweifelt. Ulrike Meinhof wurde am 15. Mai 1976 auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin beerdigt, viele andere Gemeinden hatten sich zuvor geweigert, eine Grabstelle zur Verfügung zu stellen.

Alois Prinz

Informationen zu Alois Prinz finden Sie in einem Autorenprospekt des Beltz-Verlags. Der Prospekt steht Ihnen als pdf-Dokument über nachstehenden Link zur Verfügung:

Prinz Autorenprospekt (pdf, 90 kByte).