Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Bogengasse 2 und 4

Weilburg; Bogengasse, Plan der ehemaligen Husarenkaserne

Plan der ehemaligen Husarenkaserne in der Bogengasse

Weilburg, Bogengasse 2 und 4, ehemalige Husarenkaserne und Synagoge (Haus 2)

Bogengasse 2 und 4, ehemalige Husarenkaserne und Synagoge (Haus 2)

Das Gebäude in der Bogengasse mit den Hausnummern 2 und 4 steht unter Denkmalschutz. Das aus Bruchsteinmauerwerk errichtete Haus wurde in den Jahren 1783-1785 als Husarenkaserne (Gendarmerie des Amtes, sog. Kleine Landpolizei) unter Bauinspektor Johann Ludwig Leidner erbaut und am 01.03.1786 bezugsfertig. Es war Wohn- und Dienstgebäude für zwei Offiziere, einen Unteroffizier und 32 Gemeine. Dazu kam eine Stallung für 36 Pferde mit aufgesetztem Kniestock. Das stattliche Stallgebäude wurde im Hof hinter der Kaserne und schräg zu dieser errichtet. Die Durchfahrt zum Kasernenhof war an der Straßen- und Hofseite mit schweren, zweiflügeligen Toren gesichert. Diese Durchfahrt teilte das Gebäude in zwei Hälften. Das Obergeschoss wurde über Treppen seitlich der Toreinfahrt erreicht.

1803 wurde die Kaserne von den Husaren geräumt und Kaserne und Stallgebäude zum Amts- und Renteihaus umgebaut. Der Hausflügel links der Toreinfahrt wurde dem Amtmann als Wohnung zugewiesen, der rechte Flügel dem Rentmeister. Der bisherige Stall erhielt ein Bogenportal als Eingang und es wurden Räume für die Amtsverwaltung eingerichtet.

Weilburg; Bogengasse, Informationstafel am Haus Nr. 2

Bogengasse, Informationstafel am Haus Nr. 2

Die Husarenkaserne wurde 1829 an den Bierbrauer Karl Rosenkranz verkauft. Die Durchfahrt wurde zugemauert. Der Zugang zum Kasernenhof bzw. zu dem noch dort befindlichen Amtshaus erfolgte durch die Torfahrt des Gesellschaftshauses in der Mauerstraße.

Rosenkranz und die israelitische Kultusgemeinde Weilburg richteten 1843 ein Gesuch an das Herzoglich Nassauische Amt zur Teilung des Gebäudes. In dem zur Mauerstraße gelegenen Hausteil beabsichtigte die jüdische Gemeinde eine Synagoge einzurichten.

Diesem Gesuch wurde am 16. Dezember 1843 stattgegeben. Dabei machte das Amt zur Bedingung, dass eine Scheidewand zwischen beiden Hausteilen aufzurichten sei. Diese musste über das Dach führen und auch die Kellerräume zwischen den beiden Hausteilen waren durch eine Wande gegeneinander abzuschließen.

Weilburg; ehem. Stallgebäude im Hof der früheren Husarenkaserne

Das ehem. Stallgebäude im Hof der früheren Husarenkaserne

Am 9. Mai 1845 wurde die Synagoge der jüdischen Gemeinde Weilburgs feierlich eingeweiht. Im Synagogengebäude waren ein Betsaal sowie ein Lesezimmer und eine Lehrerwohnung eingerichtet worden. In Weilburg lebten zu dieser zehn Familien mit 54 Personen jüdischen Glaubens, dazu kamen weitere 39 Gemeindemitglieder aus Waldhausen, Merenberg und Löhnberg. Im Jahr 1938 waren nur noch wenige Weilburger jüdischen Glaubens in der Stadt. Wer nicht rechtzeitig ausgewandert war wurde deportiert und später ermordet. Am 31 Oktober 1938 löste sich die jüdische Gemeinde auf. Das Gebäude entging den Zerstörungen in der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938, da es zuvor in Privatbesitz übergegangen war.