Sehenswert in Weilburg

Weilburger Denkmäler

Eisenerzverladestation Allerheiligen

Weilburg, Ahausen, Eisenerzverladestation Grube Allerheiligen

Vom Heimatverein Ahausen restaurierte Eisenerzverladestation der Grube Allerheiligen

Nur an wenigen Stelen im Weilburger Stadtgebiet finden sich heute noch Zeugnisse des Bergbaus, der hier um 1850 seine Blütezeit hatte. Fast 800 Eisenerzgruben waren zeitweise in Betrieb, dazu kamen fast 200 Gruben, in denen Silber, Blei, Kupfer und Dachschiefer abgebaut wurden.

Eine Erinnerung an den Bergbau im Weilburger Raum ist das Industriedenkmal einer Verladestation der ehemaligen Eisenerzgrube Allerheiligen. Die Übertageanlage der Grube Allerheiligen befand sich auf Kubacher Gebiet, nahe der Gemarkungsgrenze zur Stadt Weilburg. Das bei der Verleihung 1830 mit Heiligengrube bezeichnete Eisenerzbergwerk wurde später Allerheiligen genannt und konsolidierte am 28.08.1848 die Einzelfelder Allerheiligen, Gottlieb, Gottliebsfund und Allerseelen. Dazu kam 1861 noch das Einzelfeld Keulswingert.

In den Förderzeiten der Grube Allerheiligen von 1830 bis 1959 wurden mehr als eine halbe Million Tonnen Eisenstein gewonnen. Die längste Betriebszeit begann 1928 mit der Wiederherstellung des Ottostollens im Ahäuser Grundbachtal; die Wiederaufnahme der Erzförderung erfolgte nach Reparaturarbeiten im Mai 1934. Von der Verladestation am Ausgang des Grundbachtals wurde das Erz mit Diesellokomotiven über die Ahäuser Brücke zum Weitertransport an den Weilburger Bahnhof gebracht.

Im Zusammenhang mit dem Abriss der alten Ahäuser Brücke und dem nachfolgenden Neubau, sowie der Neugestaltung des dortigen Kreuzungsbereichs, initiierte der Heimatverein Ahausen 2001 die Restaurierung der Verladestation am Ausgang des Grundbachtals. Nach erforderlichen Rodungsarbeiten begann der Heimatverein 2004 mit den Arbeiten und kann mit der Eisenerzverladestation dort heute eines der wenigen Zeugnisse im Weilburger Raum präsentieren, dass an die fast vergessene Bergbauzeit hier erinnert.

An die lange Tradition des heimischen Bergbaus erinnern noch das Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg mit vielfältigen Objekten in seinen Ausstellungsräumen und mit einer Schaustollenanlage, sowie die Erinnerungstafel an das Bergamt Weilburg auf dem Berliner Pankgrafen-Platz.