Sehenswert in Weilburg

Weilburger Denkmäler

Erinnerungstafel Bergamt Weilburg

Weilburg, Lore und Erinnerungstafel zum Bergamt Weilburg

Lore und Erinnerungstafel zum Bergamt Weilburg

Am Ende der Mauerstraße und am Beginn der Vorstadt findet sich an der Ausfahrt vom oberen Parkdeck eine kleine Anlage mit dem Namen "Berliner Pankgrafen-Platz".

Angelegt wurde der kleine Ruheplatz nach dem Abriss des Hauses Mauerstraße 10 im Jahr 1974. Bis zum Abbruch dieses Gebäudes befand sich dort der Sitz des Weilburger Bergamts.

Die Einrichtung des Bergamts in Weilburg belegt die langjährige und bedeutungsvolle Tradition des Lahn-Dill-Gebiets und besonders auch des Weilburger Lands bei der Gewinnung von Bodenschätzen.

Als Waldschmiede war 1403 bereits die Löhnberger Hütte eingerichtet worden, die ihr Erz u. a. aus Ahausen, Waldhausen und vom Windhof bezog und in der Guntersau wird 1679 ein Eisenhammer erwähnt.

Jahrhundertelang wurde die Erzgewinnung im Tagebau und durch sammeln der Erzbrocken an Hängen und in Tälern betrieben. Eine erhebliche Ausweitung des Bergbaus erfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts und um 1850 erreichte die Bergbautätigkeit in Nassau ihren Höhepunkt. Im Jahr 1858 waren 792 Eisenerzgruben in Betrieb, 31 Blei- und Silbergruben, 27 Kupfererzgruben, und 143 Dachschiefergruben. Von den männlichen Beschäftigten war zu dieser Zeit etwa jeder neunte im Bergbau tätig.

Weilburg, Erinnerungstafel an das Bergamt Weilburg

Erinnerungstafel an das Bergamt Weilburg

Mit der Ausweitung des Bergbaus ging eine Neuordnung der Rechtsverhältnisse einher, die auch in der 1826 erlassenen Bergwerksordnung ihren Niederschlag fand. Es wurden Inspektionsdistrikte (Bergmeistereien) in Dillenburg und Diez eingerichtet und wegen der weiteren Zunahme des Lahnbergbaus erfolgte am 21.11.1842 die Einrichtung einer  weiteren Bergmeisterei mit Sitz in Weilburg, die für den Bergbau in den Ämtern Weilburg, Hadamar, Runkel Usingen und Reichelsheim zuständig war. Aus dieser Bergmeisterei ging das Bergamt Weilburg hervor und bestand als Hessische Landesbehörde bis 1997.

Von seiner Gründung im Jahr 1842 bis 1963 befand sich der Sitz des Weilburger Bergamts im Haus des Bergmeisters Winter in der Mauerstraße 10, dann erfolgte ein Umzug in das Gebäude Frankfurter Straße 36. Seit der Auflösung des Bergamts 1997 werden dessen Aufgaben durch die Umweltämter beim Regierungspräsidium wahrgenommen.

1953 waren in Hessen noch 29 Eisenerzgruben in Betrieb, davon 17 im Lahn-Dill-Gebiet und zwei Gruben bestanden noch 1971. Im Jahr 1984 war in Hessen keine Erzgrube mehr in Betrieb.

Die Erinnerungstafel an das Bergamt Weilburg trägt die Inschrift:

ZUR ERINNERUNG AN DAS
BERGAMT WEILBURG AN DER LAHN
1842 - 1997
GEGRÜNDET 1842 als HERZOGLICH-NASSAUISCHE
BERGMEISTEREI, WURDE DAS AMT 1866 PREUSSISCH
KÖNIGLICHE BERGMEISTEREI UND ALS HESSISCHES
BERGAMT WEILBURG 1997 GESCHLOSSEN

EIN "HERZLICHES GLÜCK!" AUF ALLEN MENSCHEN,
DIE DIESEN PLATZ BESUCHEN.

An die lange Tradition des heimischen Bergbaus erinnern noch das Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg mit vielfältigen Objekten in seinen Ausstellungsräumen und mit einer Schaustollenanlage, sowie das Industriedenkmal Eisenerzverladestation am Ortseingang von Ahausen.