Sehenswert in Weilburg

Weilburger Denkmäler

Denkmal an die Gefallenen des Krieges 1870/71

Weilburg, Lahn, Denkmal an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus dem Oberlahnkreis

Denkmal an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus dem Oberlahnkreis

Kurz und knapp wird es in Weilburg nur als das "Denkmal", sein Standort nur als "Am Denkmal" bezeichnet: Das gegenüber der Neugasse und oberhalb des Hainberges am 02.09.1875 errichtete Denkmal zur Erinnerung an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus dem Oberlahnkreis (mit dem Kreis Limburg im Landkreis Limburg-Weilburg 1974 aufgegangen).

Das Denkmal wurde von dem Bildhauer Jakob May geschaffen, der 1838 in Villmar geboren wurde und 1897 in Bad Homburg verstarb.

May lernte das Bildhauerhandwerk  im väterlichen Betrieb in Villmar. In Bad Homburg v. d. H. gründete er später ein eigenes Geschäft und erlangte den Titel eines Hofsteinmetzmeisters

Auf einen gestuften Unterbau über einem Basaltsteinfundament folgt ein Sockel, darauf ein Pfeiler mit behauenem Kapitell. Oben thront der Reichsadler auf stilisiertem Kanonenrohr als Symbol des Sieges und der Tapferkeit. Unterbau, Sockel und Pfeiler sind aus rotem Sandstein, der Reichsadler ist aus Bronze gefertigt.

Eingraviert ist auf der Vorderseite des Pfeilers der Text:
ZUM BLEIBENDEN
GEDÄCHTNIS SEINEN IM
KAMPFE FÜR DEUTSCHLANDS
RECHT UND EHRE RUHMVOLL
GEFALLENEN SÖHNE
DER DANKBARE OBER-LAHN-KREIS
1870 - 71

Weilburg, Lahn, Denkmal an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus dem Oberlahnkreis

Denkmal an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus dem Oberlahnkreis

Auf den beiden Seitenflächen und der Rückseite werden die Namen von 64 Soldaten aus dem Oberlahnkreis genannt, die im deutsch-französischen Krieg 1870/71 getötet wurden.

Auf der Rückseite ist zu lesen:
errichtet am 2. September 1875

Am 2. September 1871 hatten die Truppen des deutschen Kaiserreichs bei Sedan die französische Armee geschlagen und Napoleon III. gefangen genommen. Seitdem war der, bis zum Ende des deutschen Kaisertums im Jahr 1918, als Nationalfeiertag begangene Sedanstag ein riesige Popularität genießender Feiertag in Deutschland.

Wie auf Ansichtskarten aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zu sehen ist, war das Denkmal zu dieser Zeit noch von zehn Standsteinpfosten umstanden, die mit geschmiedeten Ketten verbunden waren, dazu kamen Rotdornbäume an den Ecken. Der Adlerkopf trug eine Krone, die wohl von amerikanischen Soldaten heruntergeschossen wurde, nachdem diese Ende März 1945 in Weilburg einmarschiert waren. Die Bäume standen schon nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr, die Pfosten mit der Kettenumfassung blieben bis 1977 und wurden dann entfernt, um Parkplätze zu schaffen. In den Sommermonaten wird der Platz von einem gastronomischen Betrieb als Terrassenplatz genutzt.