Sehenswert in Weilburg

Weilburger Denkmäler

Spielmann-Denkmal

Weilburg, Spielmann-Denkmal am Kanapée

Spielmann-Denkmal am Kanapée

Auf dem Aussichtspunkt Kanapee, etwa 50 Meter entfernt vom Kranenturm und nahe der Abbruchkante des "Wölbenbergs" zur Lahn, wurde 1921 von der Stadt Weilburg das Denkmal zur Erinnerung an den 1917 verstorbenen Heimatforscher Christian Spielmann errichtet. Eine bronzene Reliefplatte mit halbplastischem Porträt von Spielmann und einer Inschrift ist in einen Marmorfindling eingelassen, der auf einem Unterbau aufgestellt wurde. Die Inschrift auf der Platte lautet:

Dem nassauischen
Heimatforscher
und Freund der Stadt
Weilburg,
Hofrat
Dr. C. Spielmann,
gest. 1917 zu Wiesbaden

Den Anstoß zum Denkmal gab die Anregung von Wilhelm Wittgen, Lehrer in Wiesbaden, Schriftsteller und als Herausgeber der "Nassovia" Nachfolger Spielmanns. Den Vorsitz im für die Denkmalerrichtung gegründeten Ausschuss hatte Domänenrat Reichert inne. Als mögliche Standplätze waren der Postplatz und am Kanapee in der Diskussion. Finanziert wurde das von dem Bildhauer Bode entworfene Denkmal mit Spendengeldern und einem Geldbetrag der Stadt Weilburg. 

Weilburg, Gedenkplatte am Spielmann-Denkmal

Gedenkplatte am Spielmann-Denkmal

In Weilburg trägt die Grundschule in der Frankfurter Straße den Namen "Christian-Spielmann-Schule" und die von der Limburger Straße nach Odersbach führende Straße heißt "Spielmannstraße"; seitwärts dieser Straße befindet sich das Kanapee.

Biografisches

Johann Christian Karl Spielmann wurde am 12. Oktober 1861 in Neuwied geboren, er starb am 23. Februar 1917 in Wiesbaden. Nach dem Abitur in Neuwied und dem Abschluss am Lehrerseminar war er von 1884 bis 1889 als Lehrer an der Volksschule in Weilburg tätig, musste diesen Beruf jedoch wegen eines Gehörleidens aufgeben. Spielmann verlegte seinen Wohnsitz nach Wiesbaden und war als Mitarbeiter des "Allgemeinen Nassauischen Schulblattes" tätig. 1892 wurde Spielmann mit der Neuordnung der städtischen Archivalien in Wiesbaden beauftragt, 1895 Leiter des dortigen Stadtarchivs und 1914 Archivdirektor. Er promovierte 1894 zum Dr. phil. an der Bonner Universität mit der Dissertation "Der Unterricht am Gymnasium Augusteum zu Idstein (1569-1817).

Spielmann befasste sich mit bildungspolitischen Themen und ist auch Verfasser von Romanen, geschichtlichen Erzählungen, Jugendschriften, Gedichten, Balladen und Festspiele. Dazu kommen ein umfangreiches biografisches Werk (ca. 40. Monografien) und Veröffentlichungen zur Geschichte, u. a. "Geschichte der Stadt und Herrschaft Weilburg" (1896), "Achtundvierziger Nassauer Chronik" (1899), Geschichte von Nassau", 3 Bände (1909, 1912, 1926), "Die Stadt Wiesbaden und ihre Bewohner zu Anfang unseres Jahrhunderts" (1897). Spielmann war außerdem Gründer und Herausgeber der Zeitschrift für nassauische Geschichte und Heimatkunde "Nassovia" (1910).

Von C. Spielmann finden Sie in dieser Website das Gedicht "Der Sang von Weilburg" und das Festspiel zur Tausendjahrfeier der Stadt Weilburg "Das Testament von Weilburg".