Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Frankfurter Straße

Weilburg, Frankfurter Straße, stadtauswärts

Frankfurter Straße, stadtauswärts

Die Frankfurter Straße auf der Taunusseite ist zusammen mit der Limburger Straße (Westerwaldseite) eine der beiden Hauptverkehrswege nach und von Weilburg. Sie führt vom Landtor ausgehend in gerader Linie auf die Taunushöhe und dann weiter quer durch den Taunus über Usingen und Bad Homburg nach Frankfurt. Als solche ist sie heute ein Teil der Bundesstraße 456. Bis zur Fertigstellung der Teilortsumgehung mit der Oberlahnbrücke im Jahr 2005, führte die Frankfurter Straße in gerader Linie auf das Landtor zu bzw. von dort stadtauswärts. Im Zuge der Teilortsumgehung wurde die Frankfurter Straße im unteren Teil um mehrere Meter abgesenkt und führt jetzt am Rand des Gebücks zur Oberlahnbrücke.

Bezeichnet wurde sie um 1620 als Straß, um 1720 auch als Pflaster- oder Landstraß, um 1810 auch als Fahrt oder Wetzlarer bzw. Braunfelser Chaussee. Die Bezeichnung Frankfurter Straße erscheint im Weilburger Lagerbuch erst um 1908.

Die bereits zur Zeit von Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg gepflasterte Straße wies eine Breite von 50 Fuß auf und war auf die Länge von einer Stunde Fußweg auf beiden Seiten mit Linden bepflanzt. Sie war nicht nur die Hauptverbindung Weilburg-Taunus, sondern auch die Verbindungsstraße vom Schloss zum Jagdschloss Windhof und dem Jagdgehege Tiergarten.

Eine Bebauung der Frankfurter Straße begann 1816, da das begrenzte Areal der Altstadt keine Ausdehnung zuließ, für Offiziere des in Weilburg stationierten Militärs und Beamte aber zusätzlicher Wohnraum erforderlich war. Um dem Wohnraummangel abzuhelfen kaufte die Landesregierung das Gelände beiderseits der Straße bis zur Höhe des Hotels Lindenhof auf und teilte das Land in gleich große Bauplätze. Die Bauplätze wurden Bürgern zur Verfügung gestellt, die sich verpflichten mussten dreistöckige Häuser nach den Plänen der Regierung zu erstellen und die oberen Stockwerke an Offiziere und Beamte zu vermieten. Dazu erhielten die Bauherren auch eine finanzielle Unterstützung und die Zusage über eine zehnjährige Steuerbefreiung. Bis 1820 wurden so die Häuser 1, 2, 4, 6, 8, 11, 15, 21 und 23 errichtet. Von der ursprünglichen Bebauung sind nur noch die Häuser 1, 2, 4, 6 und 11 vorhanden.

Weilburg, Frankfurter Straße, stadteinwärts

Frankfurter Straße, stadteinwärts