Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Frankfurter Straße 23, Lindenhof

Weilburg, Frankfurter Straße 23, Lindenhof, nach der Wiedereröffnung 2006

Frankfurter Straße 23, Lindenhof, nach der Wiedereröffnung 2006

Eines der Häuser, die ab 1816 mit Unterstützung, aber auch nach Plänen, der herzoglichen Regierung zur Wohnraumschaffung außerhalb der Stadt an der (heutigen) Frankfurter Straße gebaut wurden, ist Haus Nr. 23. Dieses Gebäude wurde das größte, das im Rahmen dieser Aktion erstellt wurde. Der Bau wurde 1818 vollendet und blieb für fast 90 Jahre das letzte Haus an der Frankfurter Straße.

Entsprechend den von der Regierung gestellten Bedingungen vermietete der Erstbesitzer, Schreinermeister Carl Wirth, die beiden oberen Stockwerke des Gebäudes dem 1. Nassauischen Infanterieregiment. Nach Erweiterung der Alten Kaserne im Jahr 1819 bezog ein Großteil der Armeeangehörigen dort Quartier, im Haus verblieben jedoch Soldaten der Musikkapelle des Infanterieregiments. Einige der Regimentsmusiker wohnten darin auch noch 1835, als der Bäcker und Gastwirt Metzler Hauseigentümer wurde. Dessen Nachfolger wurde 1872 sein Schwiegersohn Jacob Luy aus Wetzlar, der nur den Gastbetrieb fortführte und diesen mit dem Bau einer Kegelbahn und Schießhalle noch erweiterte. Er ließ wahrscheinlich auch die Gartenwirtschaft mit Gartensaal anlegen.

Das Haus wurde 1900 an August Hans, den Inhaber eines kleinen Postkartenverlags verkauft. Seine Blütezeit hatte das Hotel und die Gaststätte in den 1920er Jahren, nachdem es dieser im Jahr 1912 gekauft hatte und dann auch den Namen Lindenhof einführte. Crass schloss den Lindenhof zu Beginn des 2. Weltkriegs, die Wiedereröffnung erfolgte im September 1947. Nach seinem Tod 1959 verkauften die Erben das Gebäude 1962 an das Gaststättenunternehmen Hein aus Kirchheim. Weitgehende Umbauten im Innenbereich wurden nach diesem Eigentümerwechsel durchgeführt und weitere bei den nachfolgenden Änderungen in den Besitzverhältnissen. Insgesamt erhalten blieb die Fassadengestaltung. Trotzdem näherte sich das Gebäude immer mehr dem Aussehen einer Bauruine, wurde seit 1998 überhaupt nicht mehr genutzt und stand leer.

Im Juli 2004 kauften Armin Kiebler und Thomas Kuhle aus Weinbach, die Betreiber von "Kanu-Tours Paradieso" in Fürfurt, den Lindenhof und eröffneten diesen nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im März 2006 wieder als "Aktivhotel Lindenhof".

Weilburg, Frankfurter Straße, Lindenhof, 1900

Der Lindenhof auf einer historischen Postkarte aus dem Jahr 1900


Quellenangaben:
F. Kahle
Heimat an Lahn und Dill
Weilburger Tageblatt
12.03.2006