Sehenswert in Weilburg

Schlossgarten und Gebück

Gebück

Weilburg, im Gebück

Im Gebück

Das Weilburger Gebück zieht sich am östlichen Schlossberg von der Brückenmühle bis zur Parterre-Terrasse des Schlossgartens bzw.  der Mauerumfassung am König-Konrad-Platz. Mit Gebück bezeichnete man im Mittelalter einen Teil der Verteidigungsanlagen, der bei entsprechender Geländebeschaffenheit durch Anpflanzungen dicht miteinander verwachsener und verschlungener Sträucher und Hecken geschaffen wurde. Solche Anpflanzungen bildeten ein "natürliches" Hindernis gegen evtl. Angreifer. Diese Funktion hatte ursprünglich auch das Weilburger Gebück, eine Beschanzung dieser Art für den Burgberg ist bereits für den Zeitraum 1000 bis 1200 erwähnt. Über den genauen Verlauf ist allerdings nichts bekannt.

Für die Anlage eines Gebücks als Schutz vor Angreifern fanden meist Hainbuchen Verwendung. Diese wurden in etwa 2 m bis 2,50 m Höhe gekappt, die Äste mit den Nachbarpflanzen verflochten, niedergebogen und in den Boden gesteckt, damit sie erneut austreiben konnten. Mehrere Reihen wurden so hintereinander angelegt, wodurch ein undurchdringlicher Zaun entstand. Zusätzlich konnten noch Dornensträucher zwischen diesen Reihen gepflanzt werden.

Wegen des natürlichen Schutzes durch die den Burgberg fast vollständig umfließende Lahn hatte das Gebück in Weilburg aber wahrscheinlich keine so hohe Wehrfunktion, wie das Rheingauer Gebück für den Schutz des Rheingaus. Schon zum Ausgang des Mittelalters war das Gebück stark gelichtet und verlor mit der sich verändernden Waffentechnik später vollständig an Bedeutung.

Zur Absicherung der Terrasse, die bei der Neuanlage des Schlossgartens zwischen 1706 und 1714 geschaffen wurde, errichtet man 1706 vor dem zur Lahn abfallenden Felshang eine 12 m hohe Futtermauer. Bereits ab 1789 erfolgte unter Fürst Friedrich Wilhelm eine gärtnerische Gestaltung des Gebücks. Durch Anpflanzung von Einzelbäumen und Baumgruppen ließ er einen Baumpark anlegen und durch Wege erschließen; 1889 werden auch Obstbäume im Gebück erwähnt.

Die durch das Gebück führenden Wege sind heute zugänglich über den Hof der Brückenmühle nahe der Steinernen Brücke, von der Südostecke des Hochschlosses ("Pralinee-Eck") an der oberen Terrasse des Schlossgartens, durch eine Pforte zwischen Landtor und Oberlahnbrücke und von der östlichen Seite der untersten und kleinsten Schlossgartenterrasse (Parterre-Terrasse).


Hinweis:

Wegen des schlechten Wegezustands sind die Zugänge zum Gebück seit einigen Jahren gesperrt. Im Jahr 2007 wurde mit Instandsetzungs- und Rodungsarbeiten begonnen und es ist geplant, bis zum Sommer 2008 die Wege durch das Gebück wieder freizugeben.