Sehenswert in Weilburg

Kanapee

Weilburg, Blick vom Kanapee zur Altstadt

Blick vom Kanapee zur Altstadt

Mit "Kanapee" wird das gegenüber der Stadt auf der Westerwaldseite liegende Waldgebiet zwischen "verlängerter Spielmannstraße - Richtung Odersbach (Am Steinbühl) - Lahn" bezeichnet. Die Namensherkunft ist nicht bekannt. Speziell wird mit Kanapeé der Aussichtspunkt in dem Waldstück auf dem Plateau des Wölbenbergs gegenüber der Gaststätte "Zum Kanapee" (Ende der Spielmannstraße) gemeint. Von der Stadtseite her gesehen liegt das Kanapeé gegenüber dem Denkmal auf der anderen Lahnseite und wird durch den Kranenturm gekennzeichnet.

Vom Kanapee aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Altstadt Weilburgs. Ca. 50 m westlich des Kranenturms und ebenfalls mit freiem Blick auf die Altstadt befindet sich das Denkmal für den 1917 verstorbenen nass. Heimatforscher und Verfasser der Weilburger Stadtgeschichte, Hofrat Dr. Christian Spielmann.

Weilburg, Kranenturm am Kanapee

Kranenturm am Kanapee

Der Kranenturm wurde im März 1990 bis auf eine Höhe von ca. 3,50 m zerstört, als ein vom Sturm umgeworfener Baum auf den Turm fiel. Der Kranenturm konnte jedoch restauriert werden und der Wiederaufbau wurde am 25.06.1999 abgeschlossen.

Das kleinere Foto zeigt den Kranenturm vor seiner Zerstörung im März 1990. Auf dem größeren Foto ist der Kranenturm nach dem Wiederaufbau zu sehen. Deutlich erkennbar ist die vom vom Ursprungszustand abweichende Maueröffnung.

Weilburg, Kranenturm am Kanapee, um 1975

Kranenturm am Kanapee, um 1975.

Über das Kanapee führte auch eine Wasserleitung, die der Versorgung der Stadt und des Schlosses diente. Der Bau dieser Wasserleitung wurde durch Graf Johann Ernst (1675 - 1719) beauftragt. Das in drei großen Reservoirs im Wald nördlich des Kanapees gesammelte Wasser wurde in Leitungen über das Kanapee hinunter zur Lahn geführt. Die Wasserleitung wurde ursprünglich im Flussbett verlegt, später über die "Rote Brücke" und ab 1785 über eine Kettenbrücke geleitet und weiter zu den öffentlichen Brunnen bzw. in den Schlossbereich.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Wasserleitung wurde auch der Kranenturm errichtet. Dieser wurde durch einen umstürzenden Baum am 1. März 1990 zerstört. Der Initiative des Geschichtsvereins Weilburg ist der am 25.06.1999 abgeschlossene Wiederaufbau zu verdanken. Die bisherige Annahme, dass im Kranenturm Einrichtungen zur Wasserregulierung vorhanden waren, musste aufgrund der Ausgrabungsergebnisse beim Wiederaufbau revidiert werden. Ein Teilstück der historischen Wasserleitung wurde auf dem Kanapee freigelegt; eine Renovierung der als Wasserreservoirs dienenden Becken im Wald nördlich des Kanapees wurde begonnen.