Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Obere Langgase

Der als "Obere Langgasse" bezeichnete Teil der "Langgasse" ist deren Teilstück zwischen "Neugasse" und "Marktplatz".

Weilburg; Langgasse 35, Ecke Neugasse

Langgasse 35, Ecke Neugasse

Die beiden Eckhäuser "Obere Langgasse/Neugasse" zeigen an den Obergeschossen ebenso die typische gedrehte Holzsäule wie ihre Gegenüber an der Ecke zur "Unteren Langgasse". Das nur noch im Obergeschoss vorhandene Fachwerk des rechten (zur Neugasse gehörenden) Gebäudes liegt unter Putz. Am gegenüberliegenden Haus Langgasse Nr. 35 ist das Fachwerk des Obergeschosses freigelegt und gibt eine Vorstellung vom Schmuckreichtum der barocken Fachwerkbauten. Zwischen den zwei- und dreiteiligen Fenstergruppen gliedern hohe Mannformen und genaste Kurzstreben die Fassade, dazu die plastischen Schnitzarbeiten am Eckständer und den beiden Brüstungsplatten. Die in eine Brüstungsplatte geschnitzte Jahreszahl 1656 entspricht allerdings nicht dem Baujahr des Gebäudes, das um 1716 errichtet wurde.

Weilburg; Ecksäule am Haus Langgasse 35

Ecksäule am Haus Langgasse 35

Das Haus Nr. 35 war ursprünglich zweigeschossig, 1976 wurde der hintere Hausteil abgerissen und 1981 wurde die Nr. 35 zusammen mit dem Haus Langgasse 37 zu dem heutigen Geschäftshaus umgestaltet.

Weilburg, Langgasse 32

Langgasse 32

Ein weiteres Beispiel für die schmuckreichen Fachwerkbauten des Barock zeigt das Obergeschoss von Haus Nr. 32. Zwar wurde dieses Gebäude vielfach verändert, die Wand des Obergeschosses ist jedoch noch original. Auch hier findet sich eine vollplastisch geschnitzte, gedrehte Säule auf einem Kerbschnittpostament und kleinem Kapitell an einem starken Eckständer. Außerdem findet sich an diesem Haus das einzige Beispiel in der Stadt für die blattfriesbelegte Rahmung eines originalen Fenster mit Brüstungsblatt und der Jahreszahl 1707.

An der Ecke zur Schwanengasse steht das Geschäftshaus Langgasse 38. Ein an dieser Stelle stehendes Gebäude war von Imagina, der Witwe König Adolfs I. aus dem Haus Nassau-Idstein, im Jahr 1317 der Weilburger Niederlassung der Marburger Dominikaner geschenkt worden. Das Haus hatte Imagina zuvor dem aus Ernsthausen stammenden Eigentümer König abgekauft. Die Erben des Ehepaars König verkauften 1331 auch das Nachbarhaus in der Schwanengasse - es bildete als Doppelhaus praktisch eine Einheit mit dem Haus Langgasse 38 - an den Orden der Dominikaner.

Weilburg, Langgase 38

Langgase 38

Nach der Auflösung des Dominikanerklosters Marburg im Jahr 1527 ging das Haus in den Besitz des in der Weilburger Niederlassung lebenden Bruder Martin über. Nach dessen Tod (1530?) wurde das Haus von Graf Philipp  III. von Nassau-Weilburg eingezogen. Dieser verlieh es am 25.01.1531 als erbliches Freihaus an den Rentmeister Johann Helle (oder Hell) im Tausch gegen dessen Haus in Kirberg. Den Nachkommen wurde in einer Urkunde vom 03.01.1685 von Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg das Besitzrecht bestätigt.

Wegen der Planungen für ein neues Amtshaus im Bereich Schulgasse/Mauerstraße erwarb die Hofkammer von Fürst Karl Christian von Nassau-Weilburg das mittlerweile "Zum Schwan" genannte Haus, um es mit Urkunde vom 06.04.1778 gegen das zur Schulgasse 16 gehörende und sich im Eigentum des Hofbankiers Salomon Herz befindliche Grundstück einzutauschen.