Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Mauerstraße 13 (Gesellschaftshaus)

Schräg gegenüber dem Rathaus steht das Haus Nr. 13, das "Gesellschaftshaus", bei Weilburgern aber eher unter der Bezeichnung  "Receptur" oder "Zollamt" bekannt. 1775 hatte Fürst Karl Christian (1753-1788) von dem ehemaligen Kanzlei- und Kammerdirektor Johann Heinrich Archenholtz ein großes Gelände mit Gebäuden rechts der Bogengasse abgekauft, weil dort die Husarenkaserne errichtet werden sollte. Der noch auf dem Eckgrundstück Bogengasse/Mauerstraße bestehende Gebäudeteil mit Wohnung und Scheune des Gymnasialdirektors Johann Philipp Ostertag bestand noch, als Fürst Friedrich Wilhelm (1788-1816)  den Bau des Gesellschaftshauses anregte. Dieses war gedacht zur Beherbergung auswärtiger Gäste und Beamter mit Dienerschaft.

Weilburg; Das Gesellschaftshaus in der Mauerstraße 13

Das Gesellschaftshaus in der Mauerstraße 13

Eine Gesellschaft Weilburger Bürger brachte die notwendigen Geldmittel auf und 1816 wurde mit dem Bau nach Plänen des Hofbaudirektors Friedrich Ludwig Schrumpf (1765-1844) begonnen. Als nach dem Tod von Fürst Friedrich Wilhelm dessen Sohn und  Nachfolger Wilhelm, Herzog von Nassau (1816-1839), die Residenz von Weilburg nach Schloss Wiesbaden-Biebrich verlegte, war der Bau überflüssig geworden und blieb für fast zehn Jahre im Rohbau stehen. Die nassauische Domäne kaufte den Rohbau der Baugesellschaft am 03.04.1821 ab, doch erst am 01.06.1829 wurde das jetzt in Wohnungen aufgeteilte Gebäude bezogen. Das Erdgeschoss rechts vom Eingang bezog die Receptur der Domänenverwaltung, später war auch das Zollamt im Gebäude untergebracht. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren innen und außen grundlegend saniert wobei auch früher nicht vorhandene Dachgauben errichtet wurden, die sich über den Mittelteil und bis zur Hälfte der beiden Seitenteile erstrecken.

Das Gebäude ist vierstöckig wobei der erste Stock wegen der ursprünglichen Planungen zur Unterbringung der Dienerschaft der einquartierten Gäste niedriger ausgeführt ist als die übrigen Etagen. Die beiden Obergeschosse sind in verputztem Fachwerk ausgeführt. Die Fassade ist nüchtern-klassizistisch gestaltet und wird durch ein ausgeprägtes Traufgesims auf Konsolen abgeschlossen. Der dreiachsige Mittelteil ist geringfügig vorgezogen und folgt mit den beiden stumpfwinklig abknickenden Seitenteilen der Straßenführung. Das Stallgebäude im Hof gehörte ursprünglich zu der in der Bogengasse errichteten Husarenkaserne.