Sehenswert in Weilburg

Straßen, Gassen, Häuser

Mauerstraße

Die sich zwischen Neugasse und Vorstadt erstreckende Mauerstraße entspricht in ihrem Verlauf der mittelalterlichen Gebäudezeile "Hinter der Mauer", deren Gebäude damals an die Stadtmauer anstießen. Auf der anderen Straßenseite befand sich eine zweite Mauer, die in etwa auf der Linie der heutigen Mauer am Parkdeck entlang führte. Zwischen beiden Mauern lag der später zugeschüttete Stadtgraben. Die ursprüngliche Stadtmauer hatte durch ihre Höhe die dahinter stehenden Gebäude fast völlig verdeckt, die Dicke der Stadtmauer gestattete die Anlage einer Promenade auf der Mauerkrone. Später erfolgte ein Abbruch des oberen Teils der Stadtmauer bis auf die Höhe des Straßenpflasters.

Weilburg, Mauerstraß vom Tempelchen gesehen

Verlauf der Mauerstraße vom Tempelchen aus gesehen.
Ganz rechts der Pankgrafenplatz mit dem gegenüber liegenden Jonasengäßchen, links, gegenüber der Parkdeckeinfahrt die Häuser Mauerstraße 9 und 13 (Gesellschaftshaus) an der Einmündung der Bogengasse

Im Zusammenhang mit der umfassenden Stadterneuerung unter Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg (1675 - 1719) wurde auch die Mauerstraße neu angelegt, wobei Bürgerhäuser einheitlichen Stils errichtet wurden. Zu diesen kamen im Laufe der Zeit auch herrschaftliche Gebäude und repräsentativere Bürgerhäuser.

Die Bezeichnung Mauerstraße gab es von 1862 (evtl. auch früher) bis zur Umbenennung nach "Hindenburgstraße" in den 20er Jahren. Seit 1945 gilt wieder die Namensbezeichnung "Mauerstraße".

Am rechten Bildrand ist der Pankgrafenplatz zu erkennen. Er befindet sich am Platz des 1974 im Zuge des Parkdeckbaus abgerissenen Bergamts, Haus Nr. 10, das seinen Sitz dort seit 1842 hatte.

Zwischen den beiden Kioskbauten im Vordergrund das dreistöckige Parkdeck. Der Bau des Parkdecks (oberste Ebene) begann 1973. Diesem folgten die 2. Ebene (1977) und 1987 die dritte Ebene.

Dort wo das Parkdeck gebaut wurde, befand sich früher der Mittelabschnitt der Haingärten, mit Obst- und Gemüseanbau und Wiesenflächen. Das Hanggelände war hierfür in Terrassen angelegt worden. Zum Teil waren die Gärten im Besitz des Hofes und dienten dessen Versorgung, andere Gärten waren Eigentum von Bürgern. Gartenbau wurde unterhalb der Mauerstraße bis zum Beginn der Bauarbeiten für das Parkdeck betrieben.