Sehenswert in Weilburg

Schlossanlagen

Schlossgarten und Gebück
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Der Schlossgarten erstreckt sich über mehrere Geländestufen hinweg auf künstlich geschaffenen Plateaus südlich des Hochschlosses. Im Norden bildet der Südflügel des Hochschlosses den Abschluss bzw. Anfang des Schlossgartens auf der oberen Gartenterrasse. Vom südlichen Ende des Gartens ergibt sich ein freier Blick in das Lahntal.

Die obere Terrasse wird zur westlich gelegenen Stadtseite hin begrenzt durch die obere Orangerie, die Stadt- und Schlosskirche und eine Umfassungsmauer entlang der Pfarrgasse. Die Ostseite der oberen Terrasse wird begrenzt durch die Balustrade auf der Krone der Futtermauer, die das aufgeschüttete Plateau zur Lahn hin absichert und unterhalb derer sich das Gebück hinzieht. Das südliche Ende der oberen Schlossgartenterrasse markiert das als Terrasse gestaltete Flachdach der unteren Orangerie.

Weilburg; Lageplan des Schlossanlagen

Plan der Schlossanlagen

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Die untere Terrasse des Schlossgartens wird im Norden begrenzt von der unteren Orangerie und Umfassungsmauern an der Ost- und Westseite. Eine Balustrade auf der Stützmauer zur Parterre-Terrasse begrenzt die untere Gartenterrasse nach Süden. Die Übergänge zur oberen Gartenterrasse bilden Freitreppen zu beiden Seiten der unteren Orangerie. An der Westseite wird der Übergang durch die Giebelwand des Hauses Pfarrgasse 1 begrenzt, an der Ostseite leitet die Futtermauer zum Gebück zur Umfassungsmauer der Parterre-Terrasse über. 

Die Parterre-Terrasse wird an der Südseite von einer Heckenpflanzung eingefasst und auf der Nordseite durch die Stützmauer zur unteren Gartenterrasse. An der Ostseite geht die Parterre-Terrasse in das Gebück über, an der Westseite findet sie ihre Begrenzung in einer Umfassungsmauer.

Unterhalb der Parterre-Terrasse liegt eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Gartenterrasse. Vor dem Bau der Teilortsumgehung 2005 und der damit zusammenhängenden Abgabe eines Geländestreifens für den Straßenausbau, war dieser Gartenteil überwiegend der Pflanzenanzucht vorbehalten. Nach der Neugestaltung wurde dort auch ein Gemüsegarten angelegt.

Begonnen worden war mit der Anlage eines Renaissancegartens unter Graf Philipp III. (1523-1559), die unter seinem Nachfolger Graf Albrecht (1559-1593) fortgesetzt wurde. Dieser erstreckte sich vom Südflügel des Hochschlosses etwa bis zur Dachterrasse der unteren Orangerie.

Weilburg; Teilbereich der oberen Schlossgartenterrasse

Teilbereich der oberen Schlossgartenterrasse

Zu einer umfassenden Neugestaltung der Gartenanlagen kam es im Zusammenhang mit den umfangreichen Baumaßnahmen am Schloss und in der Stadt Weilburg unter Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg (1675-1719) vor allem in der Zeit von 1706 bis 1714. Erste Neuplanungen erfolgten 1701 durch den im Jahr 1700 aus Saarbrücken nach Weilburg berufenen Hofgärtner Francois Lemaire. Ab 1708 arbeitete der neue Lustgärtner Johann Michael Petri zusammen mit Rothweil an der Neugestaltung der Gartenanlagen. 

1702 war der Baumeister Julius Ludwig Rothweil nach Weilburg berufen worden. Die nach seinen Plänen errichtete "Obere Orangerie" (1703-1705) und die eine Geländestufe zur 7,50 m tiefer liegenden unteren Gartenterrasse verkleidende "Untere Orangerie" (1711-1713) sind wesentliche Elemente in der Gesamtgestaltung der barocken Gartenräume des Schlossgartens. 

Weilburg; untere Schlossgartenterrasse

Untere Schlossgartenterrasse

Die sich über eine Fläche von ca. 3,3 ha erstreckenden Gartenanlagen wurden aufgrund der topografischen Gegebenheiten über drei Geländestufen hinweg auf Terrassen angelegt. Diese Grundstruktur ist, zusammen mit den Orangerien, den Stützmauern, Balustraden und dem Lindensaal erhalten geblieben, die Detailgestaltung und Ausstattung entsprechen jedoch nicht mehr dem barocken Originalzustand. Die Rebarockisierung der Gartenanlage erfolgte in den Jahren 1936-1939 nach Plänen von Georg Potente.

Als Erweiterung des Schlossgartens kann das Gebück heute angesehen werden. Dieses zieht sich entlang des steil zur Lahn hin abfallenden Hanges und der Felsen. Das natürliche Hindernis des hier vorhandenen Steilhangs wurde im Mittelalter durch entsprechende Bepflanzung noch verstärkt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Umgestaltung jedoch bereits zu einem Landschaftspark begonnen und es wurden Zugangswege angelegt.

Weilburg, Gebück, unterhalb des Schlossgartens

Gebück, unterhalb des Schlossgartens