Sehenswert in Weilburg

Schlossanlagen

Stadt- und Schlosskirche, Fürstengruft

Weilburg, Lahn, Schlosskirche, Gruft der nassauischen Herzogsfamilie

Der Zugang zur Gruft vor dem Altar, mit einer Ehrenwache der Weilburger Bürgergarde

Der Zugang zur Fürstengruft in der Stadt- und Schlosskirche befindet sich unter einer Steinplatte vor dem Altar. Dort ist eine Bodenplatte mit den Wappen von Nassau und Luxemburg eingelassen und der lateinischen Inschrift:

HOC SUB ALTARE
RESSURRECTIONEM EXSPESTANT
NOBILISSIMI
POTENTISSIMI AC ILLUSTRISSIMI
DOMINI ATQE DOMINAE
EX ANTIQUA STIRPE NASSOVICA
COMITES AC PRINCIPES NASSOVIAE-WILINIBURGENSIS
DUCES NASSOVIAE
MAGNI-DUCES LUCEMBURGENSIS
R.I.P.

Übersetzung aus:1813-1888, 175 Jahre Weilburger Bürgergarde, Carl Wehrum, Wetzlardruck Zweigbetrieb Weilburger Tageblatt, 1988

Unter diesem Altar erwarten die Auferstehung die sehr Edlen die sehr Mächtigen und sehr Berühmten Herren und Herrinnen aus dem alten nassauischen Stamm Grafen und Fürsten von Nassau-Weilburg Herzöge von Nassau Großherzöge von Luxemburg R.I.P.

Weilburg, Lahn, Schlosskirche, Gruft der nassauischen Herzogsfamilie

Gruft der nassauischen Herzogsfamilie

1707 waren in der früheren Doppelkirche St. Andreas/St. Martin 17 Angehörige der Grafenfamilie bestattet. Als 1707 die bestehende Kirche abgebrochen wurde, um an ihrer Stelle den von Rothweil geplanten Kirchenneubau zu errichten, wurden die in der Gruft bewahrten Zinksärge der verstorbenen Regenten und ihrer Familienmitglieder entnommen und im Fundament der neuen Stadt- und Schlosskirche eingemauert. Die neue Grabstelle befand sich unter den Kammern am Kircheneingang im Schlossgarten. Bei Arbeiten in der Kirche fand man dort im Jahr 1909 Bestattungen, die in die neue Gruft überführt wurden.

Die Gruft nimmt den Raum unter der Altarnische ein. Sie ist 12 m lang, 7,5 m breit und die Decke wird von sechs Kreuzgewölben auf zwei Pfeilern gebildet. In dieser Gruft der neuen Stadt- und Schlosskirche wurden auch ihr Bauherr, der am 27. Februar 1719 verstorbene Johann Ernst, Graf von Nassau-Weilburg, und seine Gemahlin Maria Polyxena, gest. am 22. April 1725, beigesetzt, denen weitere Angehörige des Fürstenhauses folgten. Zuletzt beigesetzt wurden 1951 der am 25.02.1912 verstorbene Wilhelm IV. und 1953 der am 17.11.1905 verstorbene Herzog Adolph von Nassau. Nur an dessen Todestag ist die im Besitz des Hauses Luxemburg befindliche Familiengruft geöffnet und für Besucher zugänglich.

Weilburg, Lahn, Tafel mit den Namen der in der Gruft Bestatteten

Tafel mit den Namen der in der Gruft Bestatteten

Weilburg, Lahn, Tafel mit den Namen der in der Gruft Bestatteten

Tafel mit den Namen der in der Gruft Bestatteten


Quellenangaben:
Chronik der Schloßkirche zu Weilburg
Carl Wehrum
Evangelische Kirchengemeinde Weilburg an der Lahn
ohne Jahresangabe
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Die Loge des Grafen Johann Ernst und seiner Familie in der Evangelischen Schloßkirche in Weilburg
Kathrin Ellwardt, Reiner Braun
ohne weitere Angaben
http://www.kathrin-ellwardt.de
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Die Bau- und Kunstdenkmäler des Lahngebiets
Ferdinand Luthmer
Unveränderter Neudruck der Auflage von 1907 Dr. Martin Sändig oHG, Walluf, 1973
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Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland
Landkreis Limburg-Weilburg Band II
Landesamt für Denkmalpflege
Falko Lehmann
Friedrich Vieweg & Sohn Braunschweig/Wiesbaden, 1994