Sehenswert in Weilburg

Schlossanlagen

Viehhof und Heuscheuer

Weilburg, Lageplan Schloss und Viehhof

Lageplan Schloss und Viehhof

  • A Hochschloss
  • 1 Ostflügel
  • 2 Südflügel
  • 3 Westflügel
  • 4 Nordflügel
  • D Viehhof
  • 9 Prinzessenbau
  • 10 Marstall
  • 11 Kabinettbau
  • 12 Reithalle
  • 13 Heuscheuer
  • E Schlossplatz
  • 14 Kanzlei
  • 15 Rentkammer
  • 18 Steinerne Brücke
Weilburg, Lahn, Viehhof

Der Viehhof vom Schlossplatz gesehen. Rechts der Prinzessenbau, daran anschließend der Marstall und am linken Bildrand der Kabinettbau.

Nördlich des Hochschlosses, jedoch auf einer tieferen Geländestufe als das Hochschloss selbst, befanden sich ursprünglich eine Sammelstelle für den Viehaustrieb, dazu Scheunen und Ställe der Bürger. Bereits nach dem 30-jährigen Krieg erhielt dieser Bereich unter Graf Friedrich (1655-1675) neue Funktionalitäten als Wirtschaftshof für den Schlossbereich mit einem Marstall, der Schmiede und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Im Zuge der Baumaßnahmen unter Graf Johann Ernst wurde dieser Bereich neu geplant und die bestehenden Gebäude abgerissen. Die Stützmauer zum Abfangen der Geländestufe war bereits 1692 im Bau. Zwei steinerne Treppenaufgänge überwinden den Höhenunterschied und verbinden den Viehhof mit dem Schlosshof. Später wurden als weitere Wirtschaftsgebäude die Heuscheuer angebaut.

Weilburg, Lahn, Viehhof, Portal am Marstall

Viehhof, Portal am Marstall

Nach einem Entwurf von Hofbaumeister Julius Ludwig Rothweil (1675-1750) wurde um den Viehhof trapezförmig eine dreiflügelige Gebäudeanlage erstellt, in der alle für die Hofführung notwendigen Wirtschaftsfunktionen konzentriert waren und wo durch Mansardendächer auch Wohnraum für zahlreiche Hof- und Landesbeamte und Dienstpersonal geschaffen wurde.

Zur Lahnseite (Osten) entstand 1704-1705 der Prinzessenbau, der über die Geländeabstufung hinweg mit dem Hochschloss durch zwei Stiegenhäuser verbunden ist.

An den Prinzessenbau schließt sich im Norden der in den Jahren 1703-1704 erbaute Marstall an, der Platz für 72 Pferde bot. Das Portal ist mit Pferdehalbfiguren gestaltet und zeigt außerdem das Wappen von Graf Johann Ernst und seiner Gattin Maria Polyxena von Leiningen-Hartenburg. In den Jahren 1743-1746 wurde hinter dem Marstall noch die Heuscheuer angebaut.

Der gegenüber dem Prinzessenbau gelegene Kabinettbau wurde 1704-1706 erbaut und schließt an den Marstall an.

Weilburg, Lahn, Heuscheuer

Heuscheuer

Zur Langgasse hin, rechtwinklig zum Kabinettbau, wurde 1705-1708 eine Reithalle errichtet. Diese war durch einen langen Gang an der Rückseite des Kabinettbaus mit dem Marstall verbunden.

Heute befindet sich im Prinzessenbau das "Schloßhotel Weilburg" (seit 1981) und im Marstall/Reithallenbereich das Bürgerhaus Weilburg und das Restaurant "Alte Reitschule" (seit Anfang der 60er-Jahre).

Als trapezförmiger Bau wurde an den Marstall in den Jahren 1743-1746 die zweigeschossige Heuscheuer angefügt und damit die Nutzgebäude des Wirtschaftshofes erweitert.

Die Heuscheuer war nach dem Krieg Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg, diente dann dem Schlosshotel als Hotelgarage und konnte ab Mitte 2000 von der Allgemeinheit als Parkhaus genutzt werden. Im Jahr 2004 verkaufte das Land Hessen die Heuscheuer und die Stadthalle "Alte Reitschule" an den Betreiber des Schloßhotels.