Wissenswertes zu Weilburg

Geografisches zur Lahn

Allgemeines zur Lahn, Lahnquelle, Lahnverlauf

Auf einer Höhe von 612 m ü. d. M. entspringt die Lahn im Rothaargebirge. In einem Quellgebiet, von dem aus auch Eder und Sieg ihren Lauf nehmen, findet sich die Quelle der Lahn am Südhang des 633 m hohen Ederkopfes, genauer gesagt am 624 m hohen Lahnkopf, dem südlichsten Punkt des Rothaargebirges, bei dem ehemaligen Forsthaus "Lahnhof", heute Hotel und Restaurant.

Weilburg, Lahn, Quellteich der Lahn am Lahnhof

Quellteich der Lahn am Lahnhof

Weilburg, Lahn, Quellteich der Lahn am Lahnhof

Quellteich der Lahn am Lahnhof

Weilburg, Lahn, Lahn am Beginn ihres Laufs

Lahn am Beginn ihres Laufs

Weilburg, Lahn, Lahn am Beginn ihres Laufs

Lahn am Beginn ihres Laufs

Weilburg, Lahn, Wiesental unterhalb der Lahnquelle

Wiesental unterhalb der Lahnquelle

Weilburg, Lahn, Wiesental unterhalb der Lahnquelle

Wiesental unterhalb der Lahnquelle

Seit etwa 1800 gaben die im "Lahnhof" residierenden Förster an, dass es sich bei dem im Keller des Forsthauses austretenden Wasser um die Quelle der Lahn handeln würde. Für einen Besuch der angeblichen Lahnquelle im Keller wurde ein Eintritt erhoben. Bei Bauarbeiten um 1970 stellte sich heraus, dass die angebliche Lahnquelle im Keller mit einer Leitung aus einem versteckt angelegten Brunnen mit Wasser versorgt wurde. Damit endete der einträgliche Nebenverdienst. Anerkannt aber ist seitdem, dass sich die Quelle der Lahn am "Lahnhof" befindet. Als Lahnursprung ist allerdings keine Einzelquelle anzusehen, sondern ein etwa um 1750 angelegter kleiner Teich unmittelbar am Lahnhof, in dem sich die Wasser mehrerer Quellen und Zuläufe vereinigen und der heute unter Naturschutz steht.

Bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Lahnstein (62 m ü. d. M.) sind es nur etwa 82 km Luftlinie. Die Lahn benötigt für ihren vielfach gewundenen Lauf eine Strecke von 242 km von der Quelle zur Mündung. Dieser Lauf führt zunächst nach Osten durch den östlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges, wendet sich dann oberhalb von Marburg nach Süden, durchfließt das Gießener Becken in südwestlicher Richtung und tritt dann wieder in das Rheinische Schiefergebirge ein, um weiter in südwestlicher Richtung dem Rhein zuzufließen. Das Einzugsgebiet der Lahn beträgt mehr als 5.900 qkm.

An der Lahn liegen u. a. die Städte Laasphe, Biedenkopf, Marburg, Gießen, Wetzlar, Weilburg, Limburg, Diez, Nassau und Bad Ems. Die Hauptnebenflüsse der Lahn sind Ohm, Dill, Weil, Elb-Bach, Aar, und Gelbach. Befahrbar für Schiffe bis 210 t ist die Lahn auf einer Strecke von ca. 68 km (Limburg - Mündung).

Bereits seit dem Mittelalter war die Lahn von ihrer Mündung bis Diez schiffbar. Im Jahr 1808 begann die Regulierung und Schiffbarmachung der Lahn, wofür vor allem die Wehre befahrbar gemacht werden mussten. Im Jahr 1809 war die Lahn bis Runkel für Schiffe befahrbar und 1810 wurde die Strecke Runkel - Weilburg eröffnet. Bereits zwei Jahre früher aber bestanden Pläne, die Lahn bis Marburg für die Schifffahrt auszubauen und man zog sogar eine Verbindung von Lahn und Fulda in Betracht. Wegen der stürmischen Entwicklung des Eisenerzbergbaus im Lahn-Dill-Gebiet waren Nassau und Preußen sehr an einem Ausbau bis Gießen interessiert, um den Transportweg über die Lahn für das auf ihren Territorien abgebaute Eisenerz nutzen zu können (1828 an der Runkeler Schleuse 278 Schiffe, 762 Schiffe 1835).

1844 wurde zwischen den Regierungen Nassaus, Preußens und Hessen-Darmstadts vereinbart, die Lahn von der Mündung bis Gießen für Schiffe mit 100 preuß. Fuß Länge, 16 preuß. Fuß Breite und 2 preuß. Fuß Tiefgang ( 1 preuß. Fuß = 0,314 m) befahrbar zu machen. Im Zusammenhang mit dieser Schiffbarmachung erfolgte auch der Bau des Schifffahrttunnels bei Weilburg (eröffnet 1847).

Die wirtschaftliche Bedeutung der Lahnschifffahrt bestand nur für ca. 10 Jahre, da bereits 1858 der Bau der Lahntalbahn begonnen wurde (1858 Oberlahnstein - Bad Ems, 1862 Limburg und Weilburg, 1863 Wetzlar). Trotzdem kam es weiterhin noch zu Planungen für einen weiteren Ausbau der Lahn als Schifffahrtweg, zuletzt 1953. Aus ökonomischen Gründen konnte jedoch keine dieser Planungen realisiert werden und Teilstrecken der Lahn sind heute als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, so gehört z. B. seit 1996 der größte Teil des Flussgebietes der mittleren Lahn zwischen Lollar und Limburg zum Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Lahn-Dill.

In diesem Schutzgebiet dürfen Boote nur an den gekennzeichneten Stellen zu Wasser gelassen werden und nur dort ist das Anlanden gestattet. Das Zelten und Übernachten ist im Schutzgebiet vollständig untersagt.  Mit diesen Maßnahmen soll der für Auenlandschaften typische Pflanzen- und Tierbestand geschützt und der typische Talauencharakter der Landschaften an Lahn und Dill erhalten und weiter entwickelt werden.

Außerdem sind an der Lahn mehrere Naturschutzgebiete ausgewiesen, in denen das Anlanden und Betreten nicht gestattet ist. Auf der Strecke von Weilburg nach Limburg ist dies z. B. der Fall im Naturschutzgebiet "Runkeler Laach" (Flusskilometer 66,0-67,8), wo am linken Ufer generelles Anlandeverbot besteht.