Ballonfahrten

Ballonfahrten nach Weilburg

Greens Ballonfahrt im Bericht bei Lanz, Weilburg, 1837

Am 08. November 1836 hatte Green mit Hollond und Monck-Mason seine Rekordfahrt erfolgreich beendet. Schon 1837 verlegte L. E. Lanz in Weilburg ein 68 Seiten starkes Büchlein mit dem Seitenformat von ca. 20 x 11,5 cm. Das Vorwort ist mit der Datumsangabe December 1836 versehen, die Namensangaben der Verfasser darunter sind nicht vollständig vermerkt, angegeben ist nur "F-e u. Sch". Zu vermuten ist, dass sich hinter der Abkürzung "F-e" der Lehrer Eduard Chrtistian Francke verbirgt, da auch ein mit "E. F." unterzeichnetes Gedicht im Heft veröffentlicht ist.

Titelblatt zu Greens Ballonfahrt bei Lanz

Titelblatt der Ausgabe
Die Reise der Herren Karl Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason von London nach Weilburg am 7. und 8. November 1836
L. E. Lanz, Weilburg, 1837

Der erste Abschnitt des Bandes befasst sich mit der Geschichte der Aeronautik. Daedalus wird dort einleitend angeführt, dann aber das von den leichten Schöpfungen des Genius bevölkerte Land der Dichtung verlassen, um 1766 mit der Entdeckung von Cavendish zum Gewicht von Gas gegenüber der Luft fortzufahren. Über Galien, 1755, und Cavallo, 1782, gelangen die Verfasser zu den Brüdern Montgolfier und Pilatre de Rozier. Auch Blanchards Überquerung des Ärmelkanals im Jahr 1785 wird erwähnt.

Im Anschluss daran werden einige theoretische Untersuchungen zur Luftfahrt genannt und in einer längeren Passage wird dann die Vorgehensweise bei der Füllung von Montgolfieren und Charlieren beschrieben.

Es folgen Berechnungen zur Steiggeschwindigkeit, Steighöhe und Traglast von Ballonen. Abgeschlossen wird der erste Abschnitt mit Angaben zu Greens Versuchen die Ballonfahrt mit Kohlenwasserstoffgas zu betreiben.

Der zweite Abschnitt ist der Beschreibung des Ballons Royal-Vauxhall und der dazu gehörigen Instrumente und Reiseeffecten gewidmet. Nach den dortigen Angaben wurde der Ballon aus italienischer Seide gefertigt, die in England gefärbt worden war. Zusammengesetzt wurde die Ballonhülle aus 44 Bahnen, abwechselnd weiß und karmesinrot und 90 Fuß lang. Das Fassungsvermögen betrug 81.671 Kubikfuß. Überzogen war die Hülle von einem Hanfnetz, an dessen unterem Ende ein Ring aus Holz und Leder befestigt war. An diesem Ring waren die Seile befestigt, die die Gondel trugen.

Die Gondel war aus Rohr und Weide geflochten und so groß, dass neben reichlichem Ballast und Ausrüstung noch 6-8 Personen Platz hatten. In der Mitte war eine Winde, über die das 150 Fuß lange Ankerseil lief, an zwei Seiten waren Sitzbänke aufgestellt. Erwähnt wird auch ein wasser- und luftdichter Gurt, der umgeschnallt und aufgeblasen werden konnte und bei einem Niedergang des Ballons im Wasser seinen Träger an der Wasseroberfläche halten sollte. Dazu kamen u. a. Barometer, Thermometer, Kompass, Lampen, Sprachrohr und eine Maschine zur Bereitung heißer Flüssigkeiten.

Greens Ballon über Weilburg

Greens Ballon über Weilburg
(Lithographie aus Die Reise der Herren Karl Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason von London nach Weilburg am 7. und 8. November 1836
L. E. Lanz, Weilburg, 1837

Es folgen Beschreibungen der beiden von Green mitgeführten Fahnen und Angaben zu den Gewichten von Ballon, Ballast, Ausrüstung, Verpflegung, Passagieren und Kosten. 

Im dritten Abschnitt wird der Verlauf der Ballonfahrt und der Aufenthalt in Weilburg beschrieben. Im Anschluss an diesen Abschnitt enthält die Schrift auf den Seiten 52-68 Anmerkungen, die insbesondere Stichworte aus dem 1. und 2. Abschnitt vertiefen oder dort angesprochene Sachverhalte näher erläutern.

Die Abschrift des dritten Abschnitts finden Sie in dieser Website über den unten angegebenen Link. Nicht enthalten sind in dieser Abschrift die Gedichte und Grußadressen in lateinischer, englischer und deutscher Sprache, in denen sich Gäste und Gastgeber wechselseitig ihrer gegenseitigen Hochachtung versichern und die Rekordfahrt würdigen.

Der dritte Abschnitt wurde übernommen aus

Die Reise der Herren Karl Green, Robert Hollond
und Thomas Monk-Mason von London nach Weilburg
am 7. und 8. November 1836
erschienen bei L. E. Lanz, Weilburg, 1837

Der Textauszug (13 Seiten DIN A4) ist als pdf-Dokument verfügbar und kann über den nachstehenden Link hier Online gelesen werden. Um den Text Offline zu lesen, können Sie die Datei auch auf Ihrem PC speichern.

"Luftreise von London nach Weilburg 1836" (181 kByte)

Über die Ballonfahrt veröffentlichte  Greens Reisepartner Monck Mason die Schrift Account of the late Aeronautical Expedition from London to Weilburg, Accompanied by Robert Hollond, Esq, Monck Mason, Esq., and Charles Green, Aeronaut, New York, 1837.

Monck Mason verfasste außerdem ein 355 Seiten starkes Buch, das unter dem Titel Aeronautica erschien. Es wurde verlegt bei F. C. Westley, 162, Picadilly, London, 1838. Ein Reprint dieser Ausgabe erschien bei Richmond Publishing Co. Ltd., London, 1972. Eine vollständige Übertragung ins Deutsche ist bisher nicht erfolgt. Erschienen ist eine Übersetzung des 2. Kapitels, S. 29-98, von Peter Zimmermann, die 1996 vom Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg gedruckt wurde.