Ballonfahrten

Ballonfahrten nach Weilburg

Greens Fahnen

Fast zwei Wochen hielten sich Green, Monck Mason und Hollond nach ihrer Landung am 08. November 1836 in Weilburg auf, bevor sie am 20. November wieder aufbrachen. Als Dank für die gastliche Aufnahme übersandten die drei Ballonfahrer an Herzog Wilhelm von Nassau nach Kirchheim-Bolanden zwei Fahnen. Sie taten dies mit der Bitte, die beiden Fahnen im herzoglichen Archiv aufzubewahren, zusammen mit der von Blanchards Luftreise 1785.

Green hatte die Fahnen an Oberforstmeister August von Bibra zur Weiterleitung an den fürstlichen Hof übergeben. Aus welchen Gründen auch immer, die beiden Fahnen scheinen acht Jahre im Hause von Bibra aufbewahrt worden zu sein, bevor sie in das herzogliche Archiv gelangten. 1868 kamen die Green'schen Fahnen in das städtische Archiv Weilburgs und von dort später in das Heimatmuseum, heute Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg, wo sie noch zu sehen sind.

Die Fotos der Fahnen stellte freundlicherweise Herr Wienand, Leiter des Bergbau- und Stadtmuseums Weilburg, zur Verfügung. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank.

Greens Fahne "Britannien", Vorderseite

Greens Fahne "Britannien", Vorderseite
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

Die erste Fahne, sie war Eigentum der Vauxhall-Gesellschaft, zeigt auf ihrer Vorderseite das englische Wappen mit der Inschrift:

DIEU ET MONT DROIT - HONI SOIT QUI MAL Y PENSE
(Gott und mein Recht - Unehrenhaft ist, der schlecht darüber denkt).

An den Seiten des Wappens sind ein Löwe und ein Einhorn dargestellt. Der Löwe versinnbildlicht die Stärke Britanniens, das Einhorn die Reinheit der Gesinnung.

Greens Fahne "Britannien", Rückseite

Greens Fahne "Britannien", Rückseite
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

Die Rückseite der ersten Fahne stellt die Übergabe von Neptuns Seeherrschaft durch ihn an Britannia dar. Neptun ist am Meeresufer seinem von zwei Rössern gezogenen Muschelwagen entstiegen und überreicht Britannia seinen Dreizack. Mit der Rechten deutet Neptun aufwärts zu einem Himmelsboten, der mit einer Tuba und einem Lorbeerkranz in den Händen auf Britannia zuschwebt.

An Britannias rechter Seite befindet sich ein Schild, zur linken wird Britannia von einem Löwen flankiert. Zu Füßen Britannias liegt Kriegsgerät und auf der Meeresfläche sind im Hintergrund einige Schiffe erkennbar.

Greens Fahne "Luftfahrt", Vorderseite

Greens Fahne "Luftfahrt", Vorderseite
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

Die zweite Fahne, sie war das Eigentum von Charles Green, stellt den Sieg der Wissenschaften und Künste dar. In der Bildmitte steht Minerva. Sie hält in der rechten Hand einen Zirkel, mit dem sie die Entfernung auf einem Globus abmisst. Ihre linke Hand zeigt aufwärts in den Himmel, zu einem dort schwebenden Ballon, der die Aufschrift trägt "Triumph of sciences".

Eine neben der Minerva sitzende weibliche Figur betrachtet ein Bild mit der Darstellung des ausbrechenden Vesuvs. Um die Figuren drapiert sind u. a. eine Malerpalette, Farben, eine Harfe, ein offenes Notenbuch, rote Folianten, ein Himmelsglobus und die Statue eines behelmten Mannes im Harnisch, der eine gesenkte Streitaxt hält.

Titelblatt zu Greens Ballonfahrt bei Lanz

Greens Fahne "Luftfahrt", Rückseite
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

Die Rückseite der zweiten Fahne zeigt Kronos, der auf einer Wolke zur Erde herabschwebt, eine ausgebreitete Schriftrolle in der Rechten.

Darunter sitzt Clio, auf dem Schoß ein Buch, in das sie die Angaben von Kronos' Schriftrolle überträgt. Am Himmel schwebt ein Ballon mit der Aufschrift "Green".

Zu lesen ist auf der Schriftrolle der lateinische Text
Mortalibus Alae non datae sunt.
Vicerunt homines Arduum istud. -
Hominibus nihil difficile.

(Den Sterblichen sind keine Flügel gegeben.
Überwunden haben die Menschen diese Schwierigkeit. -
Den Menschen ist nichts zu schwer.)

Unter dem lateinischen Text werden die Namen berühmter Luftschiffer genannt:
Montgolfier, Pilatre de Rozier, Lunardi, Blanchard, Garnerin, Sadler.